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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bernorkenswertliesten Kriege und Feldziige dieser Periode. 143

gleich auf einer Kirehenversammlung vor, welche er hinnen 2 Jahren inBasel ahhalten wollte, indem er verlangte, dass his dahin die Czecheneinen Waffenstillstand eingehen sollten. Sie erkannten dies als nach-teilig für sich und günstig nur für die Feinde, und stellten auf deinLandtage zu Prag ihre Bedingungen auf, welche Sigismund nicht an-nehmen wollte. Die Unterhandlungen darüber führten zu neuen Zwistig-keiten und sogar zu feindlichen Auftritten zwischen den Parteien in Prag,doch wurde bald der Friede zwischen ihnen hergestellt.

Während dessen war in Deutschland ein neues Heer zum Zuge nachBöhmen gerüstet worden, welchem der päpstliche Legat und englischeCardinal Henry Winchester, aus England 5000 Mann zur Unterstützungheranführte. Aher hei seinem Eintreffen in Belgien wurde er durch Befehldes Königs von England veranlasst mit seinen Truppen nach Frankreich zugehen, wo zu dieser Zeit in Folge des Auftretens von Jeanne D'Arc derKrieg eine für England ungünstige Wenduug genommen hatte. In Folgedavon weigerten sich die Reichsfürsten des Zuges nach Böhmen. Die Cze-chen aber unter Führung des ProkopHoly unternahmen einen erneutenZug in die Lausitz, brannten die Vorstädte von Zittau und Bautzen niederund verbreiteten durch Wegnahme und Zerstörung der Stadt Kubik naheder brandenburgischen Grenze den grössten Schrecken in diesem Lande.Nach Böhmen zurückkehrend, zogen sie Mitte Dezember 1429 gegenMeissen zu Felde, in einer Stärke von 4000 Mann zu Fuss, 3500 Reiternund 2500 Kriegswagen, unter Anführung von Prokop Holy und allerseiner Hauptleute. Am linken Elbe-Ufer hinabziehend zündeten sie dieVorstädte von Pirna, Dresden und Meissen an. Ein starkes deutschesHeer, an 100000 Mann unter den Fahnen vieler geistlicher und welt-licher Keichsfürsten , stand zu Anfang 1430 zwischen Leipzig undGrimma, zerstreute sich aber ohne Kampf, als die Hussiten sich Grimmanäherten.

Nun theilten sich die Czechen in 6 Heerhaufen, welche eine Meilevon einander entfernt gemeinsam vorrückten und schonungslos Allesniederbrannten und verwüsteten. Sie zündeten die Vorstadt von Leipzigan, zogen nach Thüringen, von da nach Franken, und äscherten unter-wegs ca. 70 Städte ein, ungerechnet die Flecken und Dörfer. Durch ganzDeutschland verbreitete sich solche Furcht, dass in Braunschweig, Lüne-burg, Hamburg und andern entlegensten Orten man sich zur Vertheidig-ung rüstete. Als die Czechen sich Nürnberg näherten, schloss Friedrichvon Brandenburg für sich und im Namen mehrerer Reichsfürsten undStädte einen Vertrag, durch welchen sie sich von den Czechendurch eine ungeheure Geldsumme loskauften und mit ihnen einenWaffenstillstand schlössen, während dessen in Nürnberg eine Verhand-lung über den Glauben stattfinden sollte. Da jedoch der Papst nicht