1 42 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjIllingen Kriege etc.
butowitsch losgebrochen, zum Zwecke seiner Befreiung. Aber nachBesitznahme der Altstadt wurden sie umzingelt und fast alle erschlagenoder gefangen genommen (6. September 1427). Dann belagerten Prager,Taboriten und Orphaniten Di wisch Borek in Kolin, zwangen nach drei-monatlicher Belagerung ihn zur Capitulation, und entliessen SigismundKoributowitsch aus der Gefangenschaft nach Lithauen. Dann aberentstanden in Prag neue Streitigkeiten zwischen den Parteien, was jedochdie Hauptleute nicht verhinderte, den Krieg in das eigene Land deräusseren Feinde Böhmens zu spielen, um an ihnen Rache zu nehmenund sie zum Frieden zu zwingen. Kurz nach der Einnahme von Kolin,das sich Mitte Dezember 1427 ergab, führte Prokopius Iloly ein Heerder Prager, Taboriten und Orphaniten nach Ungarn. nahm UngarischBrod, verwüstete den ganzen Landstrich bis zur Donau, brannte die Vor-städte von Pressburg nieder, und kehrte unter gleicher Verheerung desLandes über Tirnau zurück, ohne irgendwo auf Widerstand zu stossen.In Mähren durch neue Zuzüge aus Böhmen verstärkt, unternahm er An-fang 1428 einen grossen Zug nach Schlesien. Die Fürsten von Troppauund ()ppeln waren die Ersten, welche Friedens- und Unterstlitzungsver-träge mit ihm abschlössen. Der Bischof von Breslau mit seinen eigenenzahlreichen Truppen und denen mehrerer Fürsten und Städte rücktegegen Prokop vor, wurde aber in der mörderischen Schlacht bei Neissevon ihm besiegt, in welcher 9000 Schlesier fielen. Dann nahmen dieBöhmen ohne erheblichen Widerstand eine Menge von Städten, legten indie befestigte Stadt Sobotka ihre eigene beständige Garnison, um dasLand in Furcht und Gehorsam zu erhalten, zerstreuten ein neues schle-sisches Heer, das sich in Liegnitz gesammelt hatte, zündeten die Vor-stadt von Breslau an, zwangen noch 4 schlesische Fürsten zum Friedens-vertrage mit ihnen, und kehrten mit ungeheurer Beute nach Böhmenzurück. Bald danach drang einer ihrer Heerhaufen durch Mähren inOesterreich ein, das bis Wien hin verwüstet wurde, ein anderer inBayern, wo er die Städte Pernow und Michow wegnahm. Im Sommerdesselben Jahres belagerte ihre Hauptmacht die Burgen Bechina undLichtenbnrg in Mittel-Böhmen. Bechina ergab sich nach 3 Monaten, Lich-tenburg hielt sich 15 Monate. Zu Ende des Jahres drangen die Waisennochmals über Glatz in Schlesien ein, schlugen den Fürsten von Münster-berg, der im Kampfe fiel, und belagerten die feste Stadt Nimptsch. ImFrühjahr 1429 drang der Prokop wieder in Oesterreich ein.
Alle diese Erfolge erschreckten den König Sigismund, welcherbeständig in Ungarn verblieb und daselbst in dem Kriege mit den Türkeneinige Unfälle erlitt, — er zeigte sich bei einer Versammlung zu Press-burg zu einer Aussöhnung mit den Czechen geneigt. Doch wollte er sichzu Nichts ohne den Papst verstehen und schlug den Czechen einen Ver-