] 38 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjäbrigen Kriege etc.
Jaromir, und verfolgte die Trümmer ihres Heeres bis Gostina und Tirnau.Im Frühjahre schlössen die Prager ihn in Kosteletz an der Elbe ein, erwurde jedoch durch Ginek (Heinrich) Boczek aus Podjcbrad befreitund begann vor Kuttenberg selbst vorüber seinen Rückzug, wobei er be-ständig die Prager mit einem weit stärkeren Heere hinter sich hatte.Endlich nahm er eine sehr feste Stellung bei Maloschow, wo die Pragerihn erreichten. Auf den Gipfeln der Anhöhen postirt, hielt er die Pragervon diesen fern, indem er auf die Vordersten schwere mit Steinengefüllte "Wagen herabrollen Hess, dann Hess er .sie aus Kanonen be-schlossen , und brachte endlich mit seiner gesainmtcn Macht ihnen eineentscheidende Niederlage bei (7. Juni 1424), in welcher die Prager 1460Mann verloren, darunter 326 der angesehensten Bürger. Dann bemäch-tigte sich Ziska Gora's, Kaurzym's, Böhmisch-Brod's, Nimburk's undwar schon jetzt entschlossen, die Hauptkräfte der Katholiken in Pilsenanzugreifen. Zu diesem Vorhaben indessen erwies sich sein kleines Heernicht stark genug, und er war gezwungen, abermals nach Saatz zurückzu kehren.
In demselben Jahre erklärten Wladislaw von Polen und Vitoldvon Lithauen nach einer Besprechung mit König Sigismund zu Krakauden Krieg an die Böhmen. Wladislaw wollte vor allen Dingen nachMähren dem österreichischen Herzoge Albrecht gegen die dortigenHussiten zu Hülfe ziehen. Albrecht war schon im Jahre 1422 mit derTochter des Königs Sigismund vermählt worden, welcher ihn hierbeizum Nachfolger auf dem böhmischen Throne erklärte und ihm Mährenverlieh. Aber die Werbung des polnischen Heeres war für Wladislawerfolglos, da viele Polen in den Dienst Sigisniund's Koributowitschübertraten. Der Letztere kehrte nach Böhmen zurück und wurde vonNeuem zum Regenten des Landes ernannt (29. Juni 1424). In Folgedessen brach Ziska aus Saatz nach Prag auf und lagerte sich bei Lüben.Eine Gesandtschaft aber, welche von Sigismund Koributowitsch undden Pragern an ihn geschickt wurde, vermittelte am 13. September einenendgültigen Frieden. Nun unternahm Ziska mit Sigismund Kori-butowitsch, den Pany und Pragern gemeinsam einen grossen Zug nachMähren, aber auf dem Wege dahin, bei Belagerung der Festung Przi-bislau, nahe der mährischen Grenze, erkrankte er und starb am 11. Okto-ber 1424. Die Taboriten, den Tod ihres grossen Anführers beweinend,begruben seinen Leichnam in Königgrätz, von wo sie ihn später nachOzaslau überführten.
Indessen wurde der Zug nach Mähren fortgesetzt, die Czechennahmen und besetzten Trebicz und Eibenschütz. Während dessen aber be-gannen in Böhmen zwischen den beiden Religionsparteien neue Ver-handlungen, um ein Einverständniss in Glaiibenssachen zu erzielen,