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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkensTiei'thesten Kriege und Felclzüge dieser Periode. ]37

hingen angeknüpft, und nach langen Dehatten über den Glauben kamder Woshizer Frieden zu Stande.

Zur selben Zeit aber entstand den Czechen eine neue grosse Gefahrvon aussen. Wladislaw von Polen und Vitold von Litbauen rüstetensieb, einem an Papst Martin V. gegebenen Versprecben gemäss, schon.seit Frühjahr 1423 zum Kriege gegen die Czechen, zugleich mit andernFürsten, sogar von entlegenen Ländern. So erschien sogar der Dänen-König mit einem jenseits des Meeres gesammelten Heere, um an demneuen Kreuzzuge Theil zu nehmen. Indessen war dieses Bündniss nichtvon dauerndem Bestände, sowohl in Folge der gewöhnlichen Misshellig-keiten zwischen den Reichsfürsten Deutschlands wie auch wegen derUnlust der Polen, gegen ihre slavischen Brüder, die Czechen, zu kämpfen.

Als die Furcht vor einem Einfall äusserer Feinde geschwunden war,unternahmen die Czechen selbst einen Zug nach Mähren, zur Hülfe fürdie dortigen Utraquisten. Unter Anführung von Diwisch (Diony-sius), Borek von Miletinek (Ziska nahm an diesem Zuge nicht Theil,da er, wie es scheint, mit dem Konopischter oder Woshizer Frieden nichteinverstanden gewesen war) nahmen sie Prerau und schlugen in demTreffen bei Kromeshiza das Heer ihrer Gegner. Inzwischen hatten dieBürger von Königgrätz sich von Borek' s Gewalt frei gemacht, welcherdurch Sigismund Koributowitsch zum Burggrafen des dortigenSchlosses eingesetzt worden war, vereinigten Sich mit den Taboriten undbaten Ziska um Hülfe. Borek kehrte sogleich aus Mähren nach Böhmenzurück und zog gegen Königgrätz. Ziska aber besiegte ihn unter denMauern dieser Stadt (1. August 1423), und bemächtigte sich auch Czas-lau's, wo die Prager ihn demnächst vergeblich belagerten. Endlich wurdeein Waffenstillstand geschlossen, während dessen Ziska selbst durchIglau in Mähren eindrang und, nachdem er dort den Gegnern vielenSchaden gethan hatte, in Ungarn einrückte, wo er am Ufer der Waagweit über Tirnau vordrang. Hier aber von einem zahlreichen ungarischenHeere, hauptsächlich Cavallerie, eingeschlossen, war er gezwungen, siclizurück zu ziehen und führte diesen Rückzug in höchst geschickter undglücklicher Weise 6 Tage lang aus , indem er sich durch seine Wagen-burg deckte und dem Feinde erbebliche Verluste zufügte.

Bald darauf knüpften die Prager und Pany-Utraquisten mit der Par-tei des Königs Sigismund auf dem allgemeinen Reichstage zu Prag(am 1. November), neue Unterhandlungen über eine vollkommene Aus-söhnung au. Es wurde beschlossen, zu Brunn je 6 der Lehrer undPriester beider Religionsparteien über Glaubensfragen disputiren zulassen. Aber diese Kirchenversammlung kam nicht zu Stande, undin Böhmen brachen neue Bürgerkriege und furchtbare Verheerungen aus.Am 6. Januar 1424 schon schlug Ziska die Gegner bei Skalitz, jenseits