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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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I 36 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

des Schlosses Karlstein, welches mit seinen Vasallen und Miethstruppendes Königs Sigismund bevölkert war und zum Hauptschutze des mäch-tigen Pilsener Landfriedens gegen Prag diente. Während dieser Belager-ung war König Sigismund in Nürnberg bei dem Reichstage der Reichs-fürsten, wo beschlossen wurde, ununterbrochen Krieg mit den Hussitenzu führen und in demselben Jahre noch einen neuen Zug nach Böhmenzu unternehmen, unter Führung des Markgrafen Friedrich von Branden-burg. Aber von allen den Reichsfürsten erschien, wegen der gewöhn-lichen Misshelligkeiten zwischen ihnen, keiner zur bestimmten Zeit undStelle an den böhmischen Grenzen, und König Sigismund kehrtenach Ungarn zurück. Inzwischen brachen in Prag neue Unordnungenaus, sogar ein Pöbelaufruhr. Sigismund Koributowitsch eilte nachPrag, stellte die Ordnung wieder her. und Hess die Schuldigen hinrichten.

Kurz darauf rückte Friedrich von Brandenburg endlich in Böhmenein und ging nach Tachau, aber mit so unbedeutender Heeresmacht, dasser Nichts ausrichten konnte. Erst in Folge von Unterhandlungen zwi-schen ihm und den czechisch-katholischen Pany einerseits mit Sigis-mund Koributowitsch und den Pany-Utraquisten andererseits wurdeein 1 jähriger Waffenstillstand mit den Vertheidigem von Karlstein ge-schlossen, und die Belagerung war damit zu Ende. Als danach zwischenden Pany-Utraquisten und Ziska Zerwürfnisse entstanden, gelang esdagegen dem Könige Sigismund alle seine Streitigkeiten mitVitöldvon Lithauen und Wladislaw von Polen beizulegen, der Erstere brachseine Verbindungen mit Böhmen ab und berief Sigismund Kori-butowitsch zurück. Letzterer verliess Prag nur ungern (21. Dezember1-122) und versprach wiederzukommen, da er hoffte Vi to 1 d umzustim-men; die Gewalt übertrug er an die Pany-Utraquisten Gaschek ausWaldstein und Wilhelm Kostka aus Pastuuitz. Aber die Freundschaftderselben mit der königlichen Partei führte schliesslich zum offenenKriege zwischen Pragern und Pany auf der einen, und al len Taboriten(denen sich Ziska anschloss) auf der andern Seite. Dem Bunde derLetzteren traten bei die Städte Tabor, Pisek, Wodnjan, Prachatitz,Gorashdowitz, Suschiza (Güttenhofen), Damoshlitz (Tauss) und Klattau,im Süden Saatz, und im Norden Laun. Alle übrigen Städte der Utra-quisten blieben auf Seiten der Pany und Prager, welche die Regierungs-gewalt im Namen von Sigismund Koributowitsch in Händen hatten.

Die erste Schlacht zwischen diesen beiden Parteien fand am 27. April1423 bei Goricz am St. Gotthardberge statt, wo Ziska das Heer Czenek'svon Wartenberg und der andern Pany von seiner Partei Heer aufs Hauptschlug. Während dessen hatten die Prager die Taboritenfestung Krische-netz bei Woshiza belagert, aber Boguslow von Schwamberg befreite dieStadt von ihnen. Nun wurden in der Festung Konopischta Unterhand-