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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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134 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

König von Polen sich in Verbindung gesetzt hatte, welchen er von denCzechen ab auf seine Seite zu bringen trachtete. Erst nach dem Rück-zuge der Kreuzfahrer aus Böhmen rindete er mit einem 92000 Mann star-ken Heere, das er aus Ungarn mitgebracht und durch die Truppen desösterreichischen Herzogs Albrecht V. verstärkt batte in Mähren ein.Sein Oberbefehlshaber (Feldliauptmann) war der Florentiner Pipa,welchen er in seinen Dienst genommen batte.

Während dessen zogen sich die Vorbereitungen zur Vertlieidiguugin Böhmen in Folge der inneren Streitigkeiten sehr in die Länge. Nachdem Abzug der Deutseben aus Saatz kehrte Ziska nach Tabor zurückund marschirte dann gegen die Bewohner von Pilsen, welche die StadtKrassikow belagerten, vertrieb sie, zog sich dann aber, da er gegen denauf ihn anrückenden Heinrich aus Plowno sich nicht behaupten konnte,sich mit einer Wagenburg umgebend, auf den Berg Wlador bei Luditzzurück, wo er eine sehr feste Position einnahm und dem Feinde 3 Tagelang die Stirn bot; dieser musste abziehen und Ziska kehrte nach Saatzzurück.

Gerade zu dieser Zeit, wo es überaus nothwendig gewesen wärealle Streitkräfte Böhmens gegen Sigismund zusammen zu bringen,brachen in Prag bedeutende Unruhen und Unordnungen aus. Da siefortdauerten, so legten die Prager ihre Truppen in Läger bei Kuttenbergund Czaslau. Als aber viele böhmische Edelleute, unzufrieden mit derEigenmächtigkeit der Prager, sich zu Sigismund nach Iglau in Mährenwandten, von wo er sich zum Einrücken in Böhmen anschickte, da zogendie Prager, ihre Ohnmacht ihm zu widerstehen einsehend, ihre Truppenvon Czaslau zurück und baten Ziska, die Taboriten und die früher aufihrer Seite gestandenen Pany sich und ihre Truppen mit ihnen zu ver-einigen. Auf ihre Bitten kam Ziska nach Prag, ordnete alles Nöthigean, zog am 8. Dezember 1421 nach Gora (Kuttenberg) und befestigteauch Czaslau. Am 18. Dezember überschritt Sigismund die Grenzeund rückte rasch auf Kuttenberg. Ziska, der mit seiner Hauptmachtins Feld ausgerückt war, wurde sogleich von dem an Zahl überlegenenHeere Sigismund's umzingelt, sodass er sich 2 Tage lang nur hinterseiner Wagenburg auf dem Berge Kanka behaupten konnte. Währenddessen ergab Gora sich an Sigismund durch Verrath, wobei die Be-wohner, welche die Partei des Volkes gehalten hatten, aufs Grausamstebehandelt wurden. Ziska aber gelang es sich bei Nacht durch dieTrappen Sigismund's durchzuschlagen und nach Kolin zu entkommen(22. Dezember). Den Mangel an Kräften auf czechischer Seite bemer-kend , wandte er sich nach Gitschin und Turnau, wo er das bewaffneteVolk zu sammmein bemüht war. Da er erfuhr, dass Sigismund sorglosbei Gora stehe und Weihnachten feiere, brach Ziska schnell dorthin auf