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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldziige dieser Periode. 1 33

Gegen die Schlesier wurde bei Nachod ein Heerhaufe aufgestellt, welcherdie deutsche Stadt Brauschow belagerte; als die schlesischen Fürstensich ergaben, wurde diese Belagerung aufgehoben, und der Aufgebots-heerhaufe ging auseinander.

Gleich nach dem Schluss des Czaslauer Landtages zogen die Prägermit einem Heere nach Leitmeritz, nahmen die Klöster in Doxan, Teplitzund Ossek, brannten sie theilweis nieder, bemächtigten sich Duchzow'sund Bilin's und belagerten die feste königliche Burg an der Brücke.Hier aber wurden sie, weil sie keine strenge Ordnung hielten, durch denMarkgrafen von Meissen geschlagen, welcher mit den katholischen Panydem Schloss zu Hülfe gekommen war, und wendeten sich mit Verlustzur Flucht. Kurz vorher wurde Ziska, welcher bereits früher im Kampfeein Auge verloren hatte, bei der abermaligen Einnahme der Festung ßabadurch einen Schuss auch des zweiten Auges beraubt, behielt aber dennoch,obgleich vollkommen blind, den Oberbefehl über das czechische Heer.Nachdem er zur Heilung seiner Wunde einige Zeit in Prag verweilt hatte,stellte er sich an die Spitze eines neuen Heeres, welches wieder von denPrägern ins Feld geschickt wurde, kurz nach der Niederlage bei Bilin.Bei seiner Annäherung an Laun zogen die Meissen'sehen sich sofort zurück.

Mitte August 1421 begann ein neues Heer deutscher Kreuzfahrersich aus Deutschland der böhmischen Grenze bei Eger zu nähern. Nunheschloss man in dem czechischen Reichstage zu Kuttenberg, dass Alle,welche bereit wären von Neuem den Feind anzugreifen, sich bei Böh-misch Brod versammeln sollten, und dass der lithauische GrossfürstVitold. ein Verwandter des Polenkönigs Wladislaw Jagello, zumKönig von Böhmen erwählt werde. Nach Lithauen wurde eine Gesandt-schaft geschickt, auf dem Wege aber nach Schlesien wurde sie aufge-griffen und an Sigismund abgeliefert.

Noch vor Ende des Reichstages zu Böhmisch Brod überschritt dasdeutsche Kreuzfahrerheer in einer Stärke von 200000 Mann bei Eger dieböhmische Grenze. Geführt wurde es von 5 Kurfürsten, den Erzbischöfenvon Mainz, Cöln und Trier, dem Pfalzgrafen vom Rhein und dem Mark-grafen Friedrich von Brandenburg, nebst einer grossen Menge andererdeutscher Fürsten. Unterwegs das Land verheerend, belagerten sie zu-erst die Stadt Saatz, doch hielten die Bewohner der Stadt und der Um -gegend sich tapfer und standhaft. Als nach Verlauf zweier Wochen dieKreuzfahrer noch Nichts von dem Einrücken Sigismund's in Böhmenvernahmen, dagegen erfuhren, dass Ziska mit seinem Heere von Slannach Saatz rücke, zogen sie sich aus Furcht vor einem Kampfe mit ihm,in schimpflichster Weise zurück und entliessen ihr Heer.

Sigismund hatte sich verspätet, weil er 1. sich in Ober-Ungarnbefand, wo er zum Kriege gegen die Türken rüstete, und 2. mit dem