132 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.
um Unterstützung- an. Sie schickten ihm auch 7000 Mann, welche, nach-dem sie sich hei Dobschütz mit ihm vereinigt hatten, über Rokizany gegenSigismund marschirten, der Kladruh belagerte. Dieser aber warteteihre Ankunft nicht ab, entliess sein Heer, ging nach Leitmeritz, dannnach Gora, endlich im März nach Mähren, und von da 3 Wochen späternach Ungarn. Ziska und die Prager belagerten Pilsen, schlössen nach4 Wochen einen Waffenstillstand, belagerten und nahmen die deutscheStadt Kömmotau, wobei sie ein furchtbares Blutbad anrichteten, kehltendann nach Prag zurück, und bemächtigten sich am 1. April mit Gewaltder Stadt ßeraun. Nachdem sie den Aufstand in West-Böhmen organisirthatten, rüsteten sie sich zu einem grossen Zuge nach Ost-Böhmen, be-setzten unter Anführung von Ginok Kruschin aus Lichtenburg dieihnen sich ergebende Stadt Melnik, nahmen die Stadt Böhmisch Brodmit Sturm und machten eine Menge Einwohner darin nieder; andereStädte und Klöster ergaben sich ihnen, letztere wurden eingeäschert.Die Edelleute von der utracpüstischen Partei fingen an sich mit ihnen zuverbinden; Prager und Taboriten schickten sich zu einem Einfall inMährenan; aber die mährischen Stände verhinderten dies durch einenVertrag über einen allgemeinen Reichstag in Gzaslau am 1. Juni 1421.Danach nahmen Prager und Taboriten Jaronvir, Kraledwor (Königshof),Trutznow und Leitmcritz. Nachdem dann die Prager nach Prag zurück-gegangen waren, wurde die Garnison des königlichen Schlosses durchHunger zur Uebergabe gezwungen.
Der 2. Kreuzzug gegen die Czechen (1421). Als auf dieseWeise die Beschützer des Volkes in Böhmen den Sieg über die königlichePartei davon getragen hatten, war Sigismund durch die Vertheidigungvon Ungarn gegen die Türken in Anspruch genommen. Die Beichsfürstenaber beschlossen auf den Reichstagen zu Nürnberg und dann zu Rheinein Westphalen, Ende August 1421, einen neuen Feldzug nach Böhmen zuunternehmen, nachdem auch Sigismund versprochen hatte, von Südenin Böhmen einzudringen.
Die Fürsten und Stände von Schlesien hatten, in der Hoffnung aufdie Unterstützung der Deutschen, ungefähr 20000 Mann versammelt,waren in Böhmen eingerückt und verübten dort grosse Grausamkeitengegen die wehrlosen Einwohner. Czechen und Mähren nahmen auf demLandtage zu Gzaslau die 4 Cardinalpunkte der Artikel an. die Czechengesondert noch den, dass Sigismund nicht als König anerkannt werdensolle, und bis zur Wahl eines neuen Königs ernannten sie Landes-Ver-walter (Wladare): 20 aus dem Adel, 3 aus den Pragern, 4 aus den vor-nehmsten Städtern, und von den Taboriten Ziska (im Ganzen 28), undfür die Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten sollte der PragerErzbischof Conrad einen Synod der Geistlichen zusammenberufen.