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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkeriswerthesten Kriege und Feldziige dieser Periode. 129

in u n d. Der aus Breslau zurückkehrende C z e n e k rief alle Hussiten Böh-mens zum allgemeinen Aufstande gegen Sigismund auf, bemächtigtesich des Präger Schlosses und belagerte den Wyschegrad. Sein Aufrufhatte die Erhebung der Hussiten in vielen Orten Böhmens zur Folge,und zur Pache für die Grausamkeiten Sigismund's und seiner Anhängerbegingen sie eben solche gegen den Adel und die Geistlichkeit, die Kir-chen und Klöster, Burgen und Besitzungen der Katholiken in Böhmen.

Das waren die Ereignisse von 1416 bis zum Frühjahr 1520. Dasreligiöse und politische Schisma, das ganz Böhmen ergriff, theilte es inzwei äusserst feindliche und erbitterte Parteien, die hussitische und diekatholische, zu deren ersterer hauptsächlich das Volk, die städtischenund ländlichen Klassen und ein Theil des Adels gehörten, während dieandere aus der katholischen Geistlichkeit und dem Adel oder den Pany,den Anhängern Sigismund's, gebildet wurde.

Der 1. Kreuzzug gegen die Ozechen (1420). Ende Aprilrückte Sigismund mit einem zahlreichen Heere aus Schlesien in Böh-men ein, auf Königgrätz, das sich ihm ergab, und dann nach Gora (einerStadt am Kutna Gora oder Kuttenberg). Die Hussiten wurden vonSchrecken ergriffen: Czenek übergab sogar das Prager Schloss anSigismund, andere Hussiten-Pany unterwarfen sich ihm mit ihrenTruppen. Die Prager griffen das Schloss zu Prag an, wurden aber mitVerlust zurückgeschlagen, dafür zündeten sie die Kleinseite von Prag an,den Wyschegrad belagerten sie jedoch ohne Erfolg und knüpften nun ausAngst Unterhandlungen mit Sigismund an. Aber seine maasslosenForderungen bewogen sie, sich aufs Aeusserste zu vertheidigen und dieTaboriten um Hülfe zu bitten. Ziska brach sogleich mit 9000 Manngegen Prag auf, schlug bei Poshicz an der Sasawa einen HeerhaufenSigismund's, welcher ausgeschickt war. um den Taboriten den Wegzu versperren, und rückte in Prag ein, wo binnen 3 Tagen die hussiti-schen Truppen aus den Städten Slan, Laun und Saatz sich mit ihm ver-einigten. Nun rückte Sigismund mit seiner Hauptmacht aus Gora vorgegen Prag und bezog 2 Stunden von Prag bei Litoshnitz ein Lager. Alsaber die Hussiten aus Prag ihm entgegen zogen, um ihn im offenen Feldeanzugreifen, zog er sich zurück und stellte sich endlich bei Sbraslawa auf,um die Ankunft der deutschen Kreuzfahrer aus Deutschland zu erwarten.

Indessen belagerten die Prager das Schloss zu Prag, schnitten ihmdie Zufuhren ab und brachten die Garnison durch Hunger aufs Aeus-serste. Doch gelang es Sigismund vermittelst einer Kriegslist Lebens-mittel hineinzuschaffen. Aber Tabor vermochte der dazu ausgesendeteHeerhaufe nicht zu nehmen: Nicolaus, der Taboriten-Hauptmann, zogdiesem Haufen aus Prag entgegen, überfiel ihn plötzlich im Lager vorTabor und schlug ihn so, dass er mit Verlust fliehen musste.

öalitziu, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. "