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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. 121

Waffen zu unterwerfen. In der Absicht, sie von drei Seiten heran zugreifen, sammelte Herzog Leopold von Oesterreich ein Heer bei Baden(1315), etwa 17 000 Mann, von denen ein Theil die Richtung über Brünigauf Oberwaiden und Niederwaiden nahm, um von dieser Seite her dieVerbündeten zu bedrohen, zu beschäftigen und fest zu halten, währender selbst mit den Hauptkräften, zum grössten Theil aus schwerbewaffne-ter ritterlicher Reiterei bestehend (4000 Ritter und 8000 Mann Fussvolks)von Zug nach dem Egeri- See ging, in der Absicht den Scharnen-Passzwischen den Bergen und dem See zu besetzen, welcher in die Ebene vonMoorgarten führte. Die Verbündeten, welche sich, etwa 1400 Mann stark,unter Führung des Landamman Lothold, hier zusammen gezogen hatten,griffen in den Engpass selbst die Tete der auseinander gedehnten öster-reichischen Colonne grade in dem Augenblicke an, als 50 Mann, welchevon ihnen auf die Höhe geschickt waren, an deren Fuss der Pass vorbei-ging, durch heruntergewälzte grosse Felsblöcke diesen engen Weg ver-sperrten, eine Menge Oesterreicher dadurch zerschmetterten, welche ohnealle Vorsicht marschirt waren, und die Uebrigen zur Umkehr zwangen.Die Folge davon war die vollkommene Niederlage der Hauptkräfte Leo-pold's (Schlacht bei Moorgarten, 15. Dez. 1315), und demnächst auchder beiden anderen Theile seines Heeres.

§. 124.Kriege der Jahre 1339, 1386 und 1388.

Im Jahre 1339 entbrannte der Krieg zwischen dem österreichischenAdel und dem mächtigen blühenden Bern. Die erste That der" Oester-reicher war die Belagerung des mit Bern verbündeten Städtchens Laupen.Zur selben Zeit sammelten sich etwa 1900 österreichische Vornehmeund Edelleute und mit ihnen 3000 Reiter und 15000 Mann Fussvolkzwischen Laupen und Bern, um zu verhindern, dass diese beiden Städje,sich gegenseitig Hülfe senden könnten. Die Berner riefen die Bewohnerdes Oberlandes, von Solothurn und den verbündeten Cantons zu Hülfeund erwählten den Ritter Rudolph von Er lach zum Führer ihrerTruppen. Er lach vermochte die Garnison von Laupen durch 400 Bernerzu verstärken, und bald danach griff er, obschon er nur 5000 Mann Bernerund von den verbündeten Cantons bei sich hatte, die Oesterreicher so un-gestüm an, dass sie kaum sich zur Schlacht zu formiren im Stande waren.Hierbei griffen zum ersten Male die zu Fuss fechtenden Schweizer dieritterliche Reiterei an, trieben sie zurück, besiegten die Oesterreichervollkommen und befreiten Laupen.

Von 1356 an beschränkte der Krieg sich auf einige vereinzelte Unter-