122 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
nehmungen, im Jahre 1386 entbrannte er mit neuer Heftigkeit. Die Eid-genossen zerstörten einen Theil der Burgen des österreichischen Adels,einen anderen Theil nahmen sie fort und legten ihre Garnisonen hinein.Die österreichische Stadt Sempach trat in ein Bündniss mit Luzern, dasschon zum schweizerischen Bunde gehörte.
Herzog Leopold von Oesterreich sammelte bei Baden 25 000 Mannösterreichische und mit Oesterreich verbündete Truppen. Seine Absichtwar, die Bundesgenossen von verschiedenen Seiten zu bedrohen, sie da-durch zur Theilung ihrer Kräfte zu veranlassen, und dann den Hauptangriffüber Sempach gegen Luzern zurichten, und deshalb stellte er einen starkenHeerhaufen beim Zusammenfluss der Limmat und Reuss zur BedrohungLuzerns von dieser Seite, einen andern bei Büren auf, um Bern und Solo-thurn zu bedrohen, einen dritten bei Rapperswyl und Haster, und mitdem vierten ging er selbst über Sempach auf Luzern los. Die Bundes-genossen (Eidgenossen) hatten sich bei Sempach in einer Stärke von etwa1400 Mann unter Führung des Schultheissen Peter mann Gundel-fingen versammelt, zogen (am 18. Juni 138G) in den Kampf gegen die6000 Mann des Herzogs Leo pol d (von denen 4000 Bitter) und besiegtensie vollständig. Dieser entscheidende Sieg war ein harter Schlag fürOesterreich und schränkte den Krieg auf einzelne kleine Unternehmungenein. Bald wurde ein Waffenstillstand auf 1 ] / 2 Jahr geschlossen, nach dessenAblauf (1388) aber rückten 6000 Oesterreicher, nachdem sie sich desStädtchens Weesen am Wallensee bemächtigt hatten, zur Unterwerfungdes Cantons Glarus, gegen die Befestigungen vor, durch welche die Be-wohner desselben den Eingang in das Thal der Linth und das Innere desCantons versperrt hatten, und 1500 Oesterreicher unter Befehl des GrafenWerde'nberg umgingen den Wallensee, um die Bewohner von Glarusim Rücken anzugreifen, während die Hauptmacht sie in der Front anfiel.Die von Letzteren aus ihren Verschanzungen gedrängten Bewohner vonGlarus gingen auf der Brücke von Näfels über die Linth und stellten sich,kaum 5000 Mann stark, nahe dieser Stadt auf dem Rautiberge auf, sodass die Oesterreicher, welche im Linththale nach Glarus zogen, an ihnenvorbeikommen mussten. Die österreichischen Truppen zerstreuten sichnach allen Seiten, um zu plündern, und während dessen stiessen noch500 Mann Verstärkungen zu den Glarusern. Bald danach machten dieOesterreicher einen Angriff auf die fast unersteigbare Anhöhe, wo dieEidgenossen standen, während das Terrain, in welchem sie sich selbstbefanden, sehr ungünstig zum Kampfe war. Der sich nun (9. April 1388)entspinnende Kampf endete mit der Niederlage der Oesterreicher und demRückzuge des Grafen W e r d e n b e r g, der sich dadurch dem gleichenSchicksal entzog. Die Bundesgenossen belagerten Rapperswyl erfolglos,nahmen Büren und Niedau, die Oesterreicher verwüsteten die Grenz-