114 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.
§. 118.5. und 6. Peldzug Eduard's III. in Frankreich (1355—56).
Im Jahre 1350 erneuerten sich die Feindseligkeiten, ohne jedocheinige Bedeutung zu erlangen. Beide Theile schritten zu Friedensunter-handlungen, welche indessen erfolglos hlieben. Im Jahre 1355 landeteEduard III. mit seinem Heere in Calais, drang in Artois ein und be-lagerte Blangis, wurde aber bald durch den Krieg mit den Schotten nachEngland zurückgerufen. Inzwischen verheerte sein Sohn, Prinz Eduard(nach der Farbe seiner Rüstung der schwarze Prinz genannt) die Süd-provinzen von Frankreich zwischen Garonne, Pyrenäen und Narbonneaufs Furchtbarste, indem er an 500 Städte und Dörfer gänzlich zerstörte.
Im Jahre 1356 übertrug Eduard III. dem sich mit den englischenTruppen in der Bretagne befindenden Herzog von Lancaster die Unter-stützung der in der Normandie gegen den König Johann IL von Frank-reich aufgestandenen Anhänger des Königs von Navarra. Während derKrieg hier mit wechselndem Glück geführt wurde, drang der schwarzePrinz in die reichen französischen Provinzen Quercy, Limousin, Auvergneund Berry ein, die er aussog. An der Loire angelangt fand er alle Brü-cken zerstört, alle Uebergänge von Truppen besetzt. Dieser Umstand,sowie die von ihm unternommene Belagerung des Städtchens Bomorantin(wobei er Bombarden und griechisches Feuer anwendete) hielten ihn ander Loire fest. Während dessen ging Johann IL, der bei Chartres einstarkes Heer versammelt hatte, durch Blois über die Loire und rückteauf Poitiers, um den schwarzen Prinzen von Guyenne abzuschneiden,was ihm auch wirklich gelang. Als der schwarze Prinz von der Beweg-ung des französischen Königs gegen Poitiers hörte, brach er ungesäumtdahin auf, und stiess nördlich von dieser Stadt bei dem Dorfe Maupertuisauf die 7 mal stärkeren französischen Kräfte (er hatte nur 8000 Mann beisich, davon ungefähr 3000 Engländer, die Franzosen waren an 60000 Mannstark, wobei 3000 Ritter); er nahm den Kampf mit ihnen auf, in einemausserordentlich durchschnittenen und für die Vertheidigung geeignetenTerrain, und schlug nach heftigem und blutigem Kampfe sie vollständig(19. September 1356). 8000 Franzosen bedeckten die Wahlstatt, 3000wurden noch während der Flucht nach Poitiers niedergemacht, 16000,darunter der König selbst, sein Sohn Philipp und 807 Vornehme undRitter, geriethen in Gefangenschaft. Der schwarze Piinz kehrte ohnePoitiers zu belagern nach Bordeaux zurück, von wo er mit dem gefange-nen König von Frankreich sich nach England begab, nachdem er auf2 Jahre Waffenstillstand geschlossen hatte.