112 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
mit 400 Rittern, 10000 Bogenschützen und 16000 Mann Fussvolk lan-dend, zog er auf Caen, bemächtigte sich unterwegs vieler Städte, besiegtebei Caen das französische Heer unter dem connetable Graf d'Eu undGrafTankarville, nahm Caen und ging auf Rouen los, wobei er dieNormandie verwüstete und wahrscheinlich die Absicht hatte, die Haupt-krätte der Franzosen von Guyenne abzulenken, die Seine zu überschrei-ten, durch die Picardie sich nach Artois zu ziehen, um dort sich mit seinenflanderischen Verbündeten zu vereinen, und die Belagerung von Calaiszu unternehmen, um einen festen Stutzpunkt für seine weiteren Opera-tionen zu gewinnen.
In Rouen angelangt, fand er daselbst die Seine-Brücke zerstört, undauf der andern Seite Philipp VT. mit einem neu gesammelten Heere.Eduard zog am linken Seine-Ufer hinauf, einen Uebergang zu suchen.Aber vergebens, da die Franzosen alle Uebergänge zerstört hatten;ausserdem folgte Philipp mit seinem Heere dem Marsche Eduard'sam andern Ufer. In dieser Weise zog Letzterer bis Poissy an der Seine,unweit Paris, das Land bis unter die Mauern dieser letzteren Stadt ver-heerend. Durch seine scheinbare Absicht auf Paris zwang er Philippauch dahin zu gehen, dann kehrte er schleunigst auf Poissy zurück, er-möglichte dort den Seine-Uebergang, und marschirte nun an die Somme.Philipp, jetzt schon 8000 Ritter und 6000 Mann Fussvolk stark, befahldas Land an dem von Eduard eingeschlagenen Wege zur Somme zuverheeren, liess 3 Uebergänge über diesen Fluss befestigen und mitTruppen besetzen, alle übrigen zerstören, und brach mit der Hauptmachtselber auf zur Verfolgung von Eduard. Durch das Aufsuchen von Fluss-passagen aufgehalten, von Mangel in dem verwüsteten Lande leidend,vor sich die Somme, welche er fast nirgends überschreiten konnte, zurLinken das Meer, hinter sich Pkilipp's Hauptmacht, befand Eduardsich in sehr schwieriger und gefahrvoller Lage. Aber das Glück warihm günstig: ein gefangener französischer Soldat zeigte ihm bei Blan-chetague (oder Blanquetaque) eine Furt durch die Somme unterhalbAbbeville. Doch war diese Furt verschanzt und am andern Ufer ver-theidigt durch ein 120Q0 Mann starkes französisches Corps unter Befehlvon Gondemar Du-Fay. Durch die Ebbe begünstigt, welche denWasserstand im Flusse verflachte, warf Eduard sich durch die Furtauf die Franzosen, trieb sie nach ziemlich hartnäckigem Kampfe zurückund verfolgte sie über die Somme bis in die Grafschaft Pontieu an derGrenze von Artois. Hier machte er bei dem Dorfe Crecy Halt, um mitseinen 2300 Rittern und ca. 40000 Mann Fussvolk Philipp eine Schlachtzu liefern.
Dieser traf bei der Furt von Blanchetague gerade in dem Momentein, als Eduard's letzte Truppen die Somme überschritten, und inzwi-