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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bemerkenswertliesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. 111

zum Theil aus verbündeten Trappen bestanden und ungefähr 20000 Mannstark waren, den Krieg im Norden durch Wegnahme von Thun-1'Evequebei Cambray, und durch den Marsch zu den Grenzen der Picardie undvon Artois eröffnete. Philipp VI., der sein Heer bei St. Quentin ver-sammelt hatte, rückte Ferdinand III. entgegen. Beide Heere (dasenglische etwa 44000 Mann stark) stiessen bei Vironfosse auf einander,standen sich eine Woche lang unthätig gegenüber, und gingen dann ohneKampf auseinander (aus Gründen, welche die Chronisten verschiedenangeben). Eduard III. zog sich nach Flandern zurück, und damitendete der erste Feldzug dieses Krieges ohne irgend welchen Nutzenund Erfolg.

Im Jahre 1340 kam es an den Nord- und Südgrenzen von Frankreichzu vereinzelten, zusammenhangslosen und unwichtigen kriegerischenAktionen. Im Juli brach Eduard III. mit Heer und Flotte aus Englandnach Frankreich auf, schlug in dem Seetreffen bei Sluys (l'Ecluse) diefranzösische Flotte, landete in Sluys und belagerte Tournay. Aber derhartnäckige Widerstand dieser Stadt, die Erfolge der Franzosen in Guy-enne und verschiedene für die Engländer ungünstige Umstände nöthigtenEduard III. zum Abschluss eines Waffenstillstands, und er kehrte aber-mals ohne Erfolg nach England zurück.

Im Jahre 1341 erneuerte sich der Krieg aus Anlass der Streitigkeitenzwischen den Grafen von Blois und von Montfort um die Erbfolge in derBretagne. Philipp III. trat auf die Seite des Ersteren, Eduard III.auf die des Letzteren. Bis 1343 wurde der Krieg in der Bretagne mitwechselndem Erfolge geführt. Die Operationen beider Theile richtetensich hauptsächlich gegen die 3 wichtigsten Städte der Bretagne: Nantes,Kennes und Vannes, welche auch mehreremale aus einer Hand in dieandere übergingen. Im Jahre 1343 schlössen Franzosen und Engländereinen Waffenstillstand. 1344 aber brach der Krieg von Neuem aus, undwurde in der Bretagne von den Franzosen, in Guyenne von den Englän-dern mit Glück geführt. Die Franzosen wendeten ihre Hauptkräfte gegenGuyenne, zwangen die dort befindlichen englischen Truppen, sich in dieStädte einzuschliessen, bedrängten sie sehr und brachten sie in eineäusserst missliche Lage.

§.117.

4. Feldzug Eduard's III. in Frankreich (1346).

Im Juni 1346 machte Eduard HI. sich mit einem Heere auf derFlotte auf, um den in Guyenne befindlichen englischen Trappen Hülfezu bringen. Bald aber änderte er seine Absicht und entschloss sich, durchdie Normandie in Frankreich einzudringen. An dem Vorgebirge La Hogue