HO HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
dieser Zeit schon sich geschickt zeigen in Entwürfen und Operationen,doch im Allgemeinen die Art der Kriegführung noch eine sehr kunst-lose war.
I. Bemerkenswertheste Feldzüge zur Zeit der Kriege zwischenEngländern und Franzosen um den französischen Thron.
§. 116.
Erste 3 Feldzüge Eduard's III., Königs von England, in Frankreich
(1339 — 45).
Die unaufhörlichen Kriege, welche die Engländer seit dem 12. Jahr-hundert mit den Franzosen führten, nährten den gegenseitigen Hassbeider Völker. Besondere Umstände vermehrten denselben noch bedeu-tend. Nach dem Tode Karl's IV., des letzten französischen Königs ausdem Hause der Cape tinger, als sowohl der König Eduard III. vonEngland, wie G-raf Philipp von Valois verwandtschaftliche Ansprücheauf den Thron von Frankreich erhoben, und der Letztere unter demNamen Philipp VI. zum französischen König erwählt wurde (1328), warendlich der Anlass gegeben zu dem furchtbaren Kriege zwischen Eng-ländern und Franzosen um die Nachfolge auf dem französischen Thron,der sich beinahe 100 Jahre lang fortsetzte und beiden Eeichen ganz un-sagbare Anstrengungen und Opfer kostete.
Drei Jahre lang (1336 — 38) rüsteten beide Theile zum Kriege undsuchten sich durch Bündnisse zu verstärken: Eduard III. mit Lud-wig V., Kaiser von Deutschland, kleinen niederländischen Fürsten, denaufrührerischen Bewohnern von Franken, -und dem Erzbischof von Cöln,— Philipp VI. mit dem Papst Benedict XL, den Königen von Navarraund Böhmen, den Herzögen von Bretagne, Oesterreich und Lothrin-gen, dem Pfalzgrafen vom Rhein, und verschiedenen kleinen deutschenFürsten.
Aber die staatlichen Beziehungen und die Kriegsverfassungen jenerZeit waren so beschaffen, dass die Mitwirkung der Verbündeten fast nullund nichtig war, und beide Theile sahen sich gezwungen den Krieg fastnur mit ihren eigenen Kräften zu beginnen.
Die Engländer besassen zu dieser Zeit Gruyenne oder das frühereHerzogthuni Aquitanien. Von dort her wurde 1339 der Krieg eröffnetdurch einen Theil der englischen Streitkräfte, während Eduard III.mit den Hauptkräften, welche aus englischen, fremden Söldnern, und