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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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104 HL Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

in Transsylvauien gerade diese Verpflichtung dem dortigen Adel auf;in der Folge gingen jedoch einige Veränderungen darin vor sich. ImJahre 1463 auf dem allgemeinen Eeichstage der Ungarn, Szekler undSachsen in Transsylvanien wurden hezüglich ihrer Insurrection einigeBestimmungen getroffen, welche in Vielem sich von den ungarischenunterschieden. Auf demselben Reichstage unterwarfen sich die 3 ge-nannten Völkerschaften einer besonderen Kriegsgesetzgebung in Bezugauf sie, welche Matthias Corvinus erlassen hatte. Kraft derselbensollten sie u. A. im Fall eines feindlichen Eindringens in Transsylvaniensich gegenseitig zu Hülfe kommen.

Unter der schwachen Regierung Wladislaw's IL (14901516)sank der kriegerische Geist der Ungarn sehr schnell, Prälaten und Mag-naten entzogen sich auf alle Weise den Kriegsverbindlichkeiten, und derKönig hatte nicht Geld genug zum Unterhalt eines stehenden Heeres undbesonders der schwarzen Bande. Letztere, welche keinen Sold erhielt,begann zu rauben und wurde deshalb 1492 mit Gewalt aufgelöst. Umsie mit andern Truppen zu untermischen, wurde die alte Banderial-Kriegs-organisation wieder hergestellt, aber doch in veränderter Gestalt. Be-züglich der gewöhnlichen Stärke der Banderien wurde noch i. J. 1492bestimmt, dass zu einer ganzen Banderie 400 Mann, zu einer halben200 Mann gehören sollten, in beiden zur Hälfte aus schwerer und ausleichter Cavallerie gemischt.

Eine bestimmte Bekleidung hatten die Truppen nicht: Jeder trugseine gewöhnliche Kleidung. Auch die Verpflegung war sehr einfach:die unter der Fahne des einen oder andern Heerführers Befindlichenwurden von ihm verpflegt, die im Solde des Königs Stehenden von die-sem, aber sie erhielten dafür eine sehr dürftige Geldentschädigung.Ueberhaupt war der Sold, die Naturalverpflegung oder die Entschädigungdafür nur sehr gering.

Die Kampfart der Ungarn im Felde und in der Schlacht hatte schonlange ihre nationale Besonderheit eingebüsst und war der in West-Europaallgemein üblichen und namentlich der czechisch-hussitischen sehr ähn-lich geworden. Die Ungarn suchten sogar Letztere nachzuahmen, daherauch seit Hunyad's Zeiten die Wagenburg bei ihnen eine grosse Be-deutung erlangte und in den Feldaktionen und den Kämpfen derselbenVerwendung fanden. In der Schlacht bei Vasag 1442 bildete Hunyadbeide Flügel seiner Schlachtordnung aus Szeklern, hinter welchen 2 ReihenPanzerreiter standen. hinter diesen die Schützen zu Pferde. in derMitte ebenfalls schwere Cavallerie. und dazwischen schweres Fussvolk.In der Arrieregarde oder Reserve befanden sich Pikenire und Bogen-schützen , die Flanken schützte die Wagenburg mit Leichtbewaffnetenim Innern.