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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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66 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigeu Kriege etc.

hundert Kriege. und zwar zum grössten Theile glückliche, mit denskandinavischen Keichen führte, und häufig Flotten von 200 Schiffen unddarüber in See stechen Hess. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts beganndie Hansa in Verfall zu gerathen, aber ihr Eeichthum verschaffte ihrimmer noch ein grosses militärisches Uebergewicht. In der 2. Hälfte des16. Jahrhunderts führte Lübeck 7 Jahre lang Krieg mit Schweden fürdie zu damaliger Zeit unermessliche Summe von 1500000 Mark.

In den einzelnen Staaten Deutschlands bestanden die nämlichenSchwierigkeiten und Hindernisse einer guten Kriegsorganisation, wie fürdas ganze Reich. In O est erreich z. B. wurde 1462. im Kriege gegendieHussiten, beschlossen ein Landaufgebot aus dem 10. Mann zu bilden,von welchen 20 einen vierspännigen Deichselwagen mit Vorrichtung zumAbheben nach Art der Hussiten (s. unter §. 113), nebst allem Zubehöran Waffen und Materialien besitzen sollten. Waffen, Ausrüstung. Unter-halt, Kampfart u. s. w. der Ausgehobenen wie der Kriegsfahrzeuge warim Detail geregelt. Einer ähnlichen Art von Volkslandwehren in öster-reichischen Ländern wird auch in der Folge häufig Erwähnung gethan.Diese Aufgebote hatten noch eine grosse Aehnlichkeit mit dem altenHeerbann. Der Unterschied bestand darin, dass jeder 10. Hausbesitzer,welcher nicht die Mittel hatte, um mit eigenen Waffen und mit eigenenKosten zu dienen, diese von den 9 andern empfangen sollte. Aufgebotederselben Art wurden, wenn Gefahr von aussen drohte, auch in spätererZeit noch einberufen. Mitunter waren die Aufgebote von allen Ständen,aus Grundbesitzern, Städtern und Landbewohnern gemischt. Für Nicht-erscheinen beim Aufgebote wurden verschiedene Bussen und Strafenverhängt. Ausserdem aber, dass diese nur selten zur Ausführung ge-bracht werden konnten, war die innere Organisation der oesterreichischenLänder auch eine solche, dass sie ein unüberwindliches Hinderniss fürKriegsunternehmungen nach aussen bildete. Auf dem Landtage zu Kremsi. J. 1449 war die Eede von Errichtung eines stehenden Heeres, aber dieStände wollten dazu nicht die Hand bieten und sprachen dem Herzoge(von Oesterreich) nur den Wunsch aus, dass er für den Schutz des Lan-des durch ständige Söldner Sorge tragen möge, das war Alles, wasgeschah.

Etwas zweckmässiger gestaltete sich zu dieser Zeit die Kriegsver-fassung von Tyrol. Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts war sie ziem-lich dieselbe, wie in den übrigen deutschen Landen. Aber die ausser-gewöhnliche innere und äussere Lage, in welcher Herzog Friedrichvon Oesterreich sich befand, forderte auch aussergewöhnliche Maass-regeln. Namentlich musste er hinlängliche Mittel erlangen, um den Bundder Tyroler Gutsbesitzer (Elephantenbund) bekämpfen zu können, welcherdie Macht des Herzogs einzuschränken beabsichtigte. Friedrich,