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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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40 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjührigen Kriege etc.

Alle Rangstufen der Schützen erhielten Sold und den vollen Unterhaltvon der Regierung, die höheren (Offiziere) beständig, die niederen nurin Kriegszeiten und bei den zu bestimmten Fristen sich wiederholendenBesichtigungen durch die königlichen Commissare und die Ortsbehörde.

Im Falle besonderer Noth musste aber das Communalaufgebot vonganz Frankreich zu Felde ziehen.

Ludwig XI. (146183) wollte nach seiner Thronbesteigung sichvon der Zahl und Verfassung der städtischen, Lehns- und Communal-aufgebote überzeugen und beauftragte deshalb i. J. 1467 von ihm er-nannte Commissare mit einer Besichtigung aller städtischen Aufgebotein voller Ausrüstung, er selbst hielt nur solche über das Aufgebot vonParis ab, in welchem er 80000 Mann, in 72 Abtheilungen, Bannieres(Banner) vorfand. Im Jahre 1569 wurde eine gleiche Besichtigung überdie gesammten Lehns- und Communalaufgebote (ban et arriere-ban) vonFrankreich abgehalten. Ludwig XL aber, welcher fürchtete, dass der-artige Besichtigungen die Vasallen, Städte und Gemeinden ihre Machterst erkennen lehren und den Gedanken zum Widerstände gegen diekönigliche Gewalt erwecken möchten, hielt keine solche Revue mehr ab.

Indessen hatte Ludwig XL doch beständig das Ziel im Auge, diemächtigen Vasallen zu bändigen und die monarchische Gewalt und, zurZeit der Bürgerkriege, die ligue du salut public zu stärken, und er-kannte die Unzuverlässigkeit der 16000 freien Schützen und Communal-aufgebote, daher entliess er den grösseren Theil der Ersteren und com-plettirte die Uebrigbleibenden durch angeworbene Freiwillige allerNationen und Stände, unter dem Namen aventuriers, zum Diensteauf bestimmte Zeitfristen gegen Sold. Diese aventuriers wurden ausStädten und Dörfern geworben; man schloss Verträge mit ihnen, zahlteihnen Handgeld voraus, Gehalt aber und vollen Unterhalt, Kleidung undWaffen erhielten sie von den tresoriers (Schatzmeister). Der reich be-messene und regelmässig gezahlte Sold lockte Viele an, und eine unab-lässige Uebung sowie strenge militärische Gesetze erhielten militärischeTüchtigkeit, Disziplin und Ordnung bei ihnen. Nach der gänzlichenAuflösung der freien Schützen i. J. 1480 bildeten nur noch die Bandender Aventuriers das Fussvolk in Frankreich. Ausserdem gab es unterLudwig XL besondere Leibgarden aus auserlesenen Söldnern (unterwelchen sich besonders die schottischen Schützen hervorthaten), sie bil-deten die Besatzung des Lieblingsaufenthaltsortes dieses Königs, desSchlosses Plessis les Tours.

Im Jahre 1474 schloss Ludwig XL ein Abkommen mit den Schwei-zern, wonach diese sich verpflichteten 6000 Mann von ihrem Fussvolkunter ihren eigenen Offizieren zum Dienst in Frankreich zu stellen undbeständig zu unterhalten, wogegen Ludwig XI. ihnen 20O00 Livres