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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriegsorganistition und Kriegskunst überhaupt. 23

Tross vermehrte sich bedeutend, zu Ende des 16. Jahrhunderts bestander aus einer grossen Anzahl von Fahrzeugen, Saumpferden u. s. w., zudenen eine zahlreiche Schaar von Dienern und unnützem Volke gehörte.

§. 103.Innere Organisation der Truppen und Heere.

Die Art der Befchlsertheilung und Verwaltung der Truppen war biszum 16. Jahrhundert so ziemlich unverändert so geblieben, wie sie zurFeudal-Ritterzeit gewesen war, wurde aber mit der Einführung bestän-diger regelrecht organisirter Truppen auch immer geregelter, gegründetauf eine mehr oder minder complicirte Eangstufenordnung. Die Armeenwurden, wie ehedem, von dem Herrscher selbst oder durch von ihm er-nannte Feldherren commandirt: in Deutschland Oberfeldhauptmann, in Frankreich connetable und marechal, u. s. w. Sämmtlichen Kriegs-maschinen und Geschützen standen zunächst vor in Deutschland dieKriegsbaumeister, in Frankreich die grands-maitres des arbaletriers.Als aber die Feuerwaffen sich verbreiteten und die früheren Maschinenverschwanden, da erhielt den Oberbefehl über die gesammte Artillerieund Alles, was sich damit verband, der General-Feldzeugmeister, unddem Bereiche des Kriegsbaumeisters fielen nur noch die Kriegs-bauten zu. Unter dem Höchstcommandirenden befehligten die Feldmar-schälle (marechal de camp, Feldmarschalk), welche für die Reiterei, dieMarschbewegungen der Heere, ihre Aufstellung im Lager und zur Schlacht,die Marsch- und Lagerordnung zu sorgen und unter sich ihre Lieute-nants hatten, Commissarien, welche sich mit der Ausbildung und demUnterhalte der Truppen, Auszahlung des Gehaltes an sie befassten, Ge-neralprofosse, Proviantmeister, Quartiermeister u. s. w. Die Herrscherwählten die Obersten aus vornehmen Geschlechtern oder aus solchenMännern, welche Kriegsruhm erworben hatten, und übertrugen diesendie Anwerbung von Regimentern. Die Obersten wählten ihrerseits dieCapitäne, welche die Compagnien anwarben, und die Offiziere bei den-selben ernannten. Die niederen Grade bei den Compagnien wählten sichselbst aus ihrer Mitte den Feldwebel, Corporal, Sergeant, Fourier u. s. w.Die Zahl der Offiziere bei den Compagnien war verschieden bei den ein-zelnen Staaten.

Die Truppen, noch in feudaler Weise organisirt, sollten bei ihremZusammentritt mit ihrem eigenen Proviant erscheinen, dann aber aufKosten des Herrschers unterhalten werden. Das Letztere aber geschah sounregelmässig, dass die Truppen häufig sich durch Raub das Leben fristenmussten. Mit der Einführung und Verbreitung der stehenden regulären