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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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18 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

der Scheibe zu üben, von Abgaben befreit, und bildeten die Frei-schützen (francs-archers, francs-taupins). Sie waren leicht bewaffnet,hatten ausser Bogen oder Armbrust zum Theil Wurfspiesse oder Piken,zum Theil Dolch und Schwert. Ihre Zahl belief sich auf 16000. Siestanden unter ihrem eignen Anführer (commandant-general, später grand-maitre des arbaletriers) und theilten sich in 4 Banden (bandes) ä4000 Mann, deren jede von einem General-Capitaine (capitaine-general)befehligt wurde, und in 8 Abtheilungen oder Rotten (Compagnicn) zu500 Mann unter je einem Capitaine.

Ausserdem gab es in Frankreich Werbe-Fuss-Truppen, aus Va-gabunden und Leuten verschiedenen Standes gebildet, welche in denRegimentern oder auch einzelnen Leuten gegen Bezahlung dienten undBrigands (Räuber) oder Aventuriers genannt wurden, keinerleiOrganisation besassen und sich maasslose Unordnungen und Räubereienerlaubten.

Besondere Wichtigkeit und Bedeutung erlangte das Fussvolk erstseit dem Auftreten der deutschen Landsknechte und des schweizeri-schen Fussvolks. Der Mangel an guter Infanterie bei den Feudalherrenveranlasste in Deutschland Leute von geringem Stande, welche nicht beider Cavallerie dienen konnten, sich zusammen zu thun und Fuss-Schaa-ren zu bilden, welche mit Pike, Schwert, Dolchmesser bewaffnet Dienstegegen Sold da nahmen, wo man ihrer bedurfte. So entstanden die Lands-knechte. Die Schaaren der Landsknechte waren berühmt durch ihreOrganisation, Ordnung und Disziplin, sie kommen unter mannigfachenNamen vor. Die bedeutendste war der grosse oder schwarze Haufen(magna gardia), welcher, nachdem er fast in allen europäischen Staatengedient hatte, schliesslich in französischem Dienste stehend in derSchlacht von Pavia aufgerieben wurde. Die Schaaren der Landsknechtebestanden ursprünglich nur aus Deutschen, später auch aus Männernandrer Nationalität, sie hatten ihre besonderen Statuten und Gebräucheund bildeten im 16. Jahrhundert besondere Regimenter unter dem Be-fehle der sie anwerbenden Obersten.

Das schweizerische Fussvolk entstand in den fortgesetzten hartnäcki-gen Kriegen der Schweizer gegen Oesterreicher und Burgunder um ihreUnabhängigkeit. Es trug leichte Panzer, Panzerhemden oder Leder-Collets, und war mit Piken, Hellebarden, zum Theil auch mit grossenSchlachtschwertern bewaffnet, später auch mit Feuerwaffen. Die Schwei-zer legten zuerst den Gebrauch der Schilde ab. Ihr Beispiel wurde in denandern Staaten befolgt, von welchen sie dagegen die Bewaffnung desFussvolks mit Piken und Hellebarden entlehnten.

Landsknechte und schweizerisches Fussvolk dienten gegen Soldin vielen Staaten (namentlich in Frankreich, wo seit Ludwig XL