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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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368 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Euxinus, wo er überwinterte, und setzte von dort im Frühjahr 65 seinenWeg über den Kaukasus nach dem Bosporus fort, den er auch endlicherreichte, nachdem er durch Festigkeit, Ausdauer, Unermüdlichkeit und,obschon besiegt und ein Flüchtling, dennoch durch die Schrecken seinesNamens und die Gewalt seiner Waffen alle die unsäglichen Hindernisseüberwunden hatte, welche Land und Einwohner ihm bereiteten.

Pompejus verfolgte ihn anfänglich mit einem Theile seiner Reitereiund leichten Infanterie, wandte sich dann aber, als er erfuhr, dass Jenerden Phasis überschritten habe, gegen Tigranes in Grossarmenien. Hierwurde der gegen Tigranes aufgestandene Sohn desselben von Pompejusbesiegt, bald aber belagerte derselbe, unterstützt durch seinen Schwieger-vater, den parthischen König Phraates, die Stadt Artaxata, aus welcherTigranes sich in das Gebirge zurückzog. Das langsame Fortschreitender Belagerung und die inneren Angelegenheiten Parthiens zwangenindessen Phraates zur Rückkehr in sein eigenes Land, und Tigranes, dersofort seinen Sohn angriff, schlug ihn zu wiederholten Malen. Der Letz-tere floh zu Pompejus und zeigte ihm selbst den Weg nach Grossarmenien.Der bestürzte Tigranes suchte vergebens durch Unterhandlungen undFriedensvorschläge Pompejus aufzuhalten; als dieser seinen Marsch aufArtaxata fortsetzte und bereits den Araxes überschritten hatte, nahm erendlich eine römische Besatzung in Artaxata auf und erschien selber indem Lager des Pompejus, um sich zu unterwerfen. Pompejus Hess ihmseinen angestammten Besitz, d. h. Grossarmenien, erklärte ihn aber Sy-riens, Phöniciens, eines Theiles von Cilicien, Galatiens und Sophene's*)für verlustig und legte ihm die Zahlung von 6000 Talenten an dieRömer auf.

§. 248.Thaten des Pompejus in den kaukasischen Ländern (6665).

Nach Ordnung der Angelegenheiten in Armenien und den benach-barten Provinzen Kleinasiens liess Pompejus daselbst seinen LegatenAfranüis mit einem Theil seiner Streitkräfte zurück, er selbst wandtesich mit der Hauptmacht (zu Ende 66) nach dem Kaukasus, um diesenzu überschreiten und in das bosporanische Königreich einzurücken. Aufder kaukasischen Landenge stiess er auf aussergewöhnliche Hindernisseund Schwierigkeiten Seitens des Landes wie der Bewohner, namentlichder Albaner und der Iberer**), zweier kräftiger und kriegerischer Völker,

*) Auch Sophanene und Sophone genannt. Anmerkung des Uebersetzers.**) Die kaukasische Landenge umfasste im Alterthum drei Länder: 1) Kolchislängs der Ostküste des Pontus Euxinus oder schwarzen Meeres, 2) Albanien,