35. Kriege der Eümer zur Zeit der inneren Unruhen 133—30 v. Chr.). 365
an diesem unglücklichen Ausgange des so gut begonnenen Unternehmenstrug, wie schon gesagt, hauptsächlich der Umstand, dass Lucullus nichtverstand, sich die Liebe und Ergebenheit seiner Soldaten zu erwerben.»Wenn«, sagt Plutarch, »bei allen seinen ausgezeichneten Eigenschaftener sich auch die Liebe seiner Krieger zu erringen gewusst hätte, sowürde nicht der Euphrat, sondern das kaspische Meer und der ferneOrient die Grenze des römischen Reiches geworden sein: denn Mithri-dates und Tigranes waren bereits besiegt, und die noch nicht erstarktenParther zu besiegen, war nicht schwer«. Bezüglich ihrer Folgen waren,nach Plutarch's Worten, die Siege und Eroberungen Lucull's für dieRömer von äusserst schädlichem Einfluss: »Denn«, sagt Plutarch, »diein Armenien erlangten Trophäen, die Unterwerfung von Tigranocertaund Nisibis, die unermesslichen Reichthümer und die Krone selbst desTigranes, welche vom Orient nach Rom gebracht wurden, erregtenspäter in Crassus den Gedanken und den Wunsch, die römischen Waffenin die Länder des fernsten Ostens zu tragen. Da waren aber die Partnerschon nicht mehr, was sie vorher gewesen waren, und die jammervolleNiederlage des Crassus bewies, dass Lucullus seine Siege und Eroberun-gen nicht der Ohnmacht und dem Unverstände seiner Feinde, sondernseiner eigenen Begabung und Geschicklichkeit verdankte.«
§. 247.
Ernennung des Fompejus. Seine und Mithridates' Operationen inPontus und Kleinarmenien. Schlacht am Euphrat. Unternehmun-gen des Pompejus in Grossarmenien gegen Tigranes (66).
Im Jahre 66 übertrug ein von dem Volkstribunen Manilius bean-tragtes und trotz des Widerstandes von Catulus und Hortensius durchden Senat angenommenes Gesetz (lex Manilia'i dem Pompejus, welchersich in Cilicien befand, ausser der durch das Gabinische Gesetz ihm ge-gebenen Gewalt auch den Oberbefehl in dem Kriege gegen Mithridatesund Tigranes und die Verwaltung der erst dem Lucullus, dann dem Mar-cius Rex und Acilius Glabrio unterstellt gewesenen Provinzen.
Dem Anschein nach musste man glauben, dass Pompejus den Kriegganz von vorn zu beginnen haben werde; in Wahrheit aber brauchte ernur die Früchte der von Lucullus erfochtenen Siege zu pflücken, ganzebenso, wie er die Siege des Metellus über Sertorius und des Crassusgegen Spartacus vervollständigt hatte. Denn obgleich Mithridates undTigranes, der Eine des pontischen, der Andere des armenischen Reichessich wieder bemächtigt hatten, so waren sie doch factisch durch Lucullusschon derartig geschwächt, dass sie durchaus nicht mit Erfolg und für