35- Kriege der Eömer zur Zeit der inneren Unruhen (133—30 v. Chr.)- 351
gänzlich gesäubert, und in Koni wie in Italien kamen sofort die Vorräthevon Lebensmitteln wieder im reichstem Maasse zum Vorschein und ihrPreis fiel erheblich. Darauf schritt Pompejus auch zur Säuberung desöstlichen Theiles des mittelländischen Meeres und zur Vertilgung derRäuber in ihrem eigentlichen He er de, Cilicien. Die Ausführung dieserzweiten Hälfte des Planes des Pompejus war bei Weitem schwieriger,als die der ersten Hälfte, weil die Räuber in dem Maasse, wie sie nachOsten gedrängt wurden, sich auch mehr und mehr concentrirten undimmer heftiger und verzweifelter Widerstand leisteten. Dessenungeachtetvollendete Pompejus durch ebenso geschickte und energische Massregelnwie zuvor, namentlich auch durch sein grossmüthiges und mildes Ver-fahren gegen die sich ihm ergebenden Seeräuber, aufs Glänzendste dasso erfolgreich begonnene Unternehmen. Die Räuber ergaben nicht alleinsich selbst, sondern verriethen ihm sogar die verborgensten Schlupf-winkel ihrer verwegensten Kameraden. So erreichte er, theils durchGewalt, theils durch den Schrecken seines Namens, theils durch mildeHandlungsweise die Befreiung des Meeres von Griechenland bis Cilicienund kam endlich bei der cilicischen Seestadt Koracesium an, in derenHafen ihn die mächtigsten und gefährlichsten Seeräuber mit ihren letztenund besten Schiffen erwarteten, nachdem sie ihre Familien und Schätzein den Festungen in den Engpässen des taurischen Gebirges unter-gebracht hatten. Pompejus, der 60 grosse vortrefflich ausgerüsteteSchiffe besass, besiegte die Seeräuber mit leichter Mühe, schloss sie inKoracesium ein, in das sie sich nach ihrer Niederlage geworfen hatten,und zwang sie endlich, sich mit allen ihren Städten, Festungen, Inseln,Magazinen, Etablissements, sowie mit Allem, was sie sich angeeignethatten, zu ergeben. Es fielen in Folge dessen unermessliche Reich-thiimer, ungeheure Beute aller Art und eine Menge Gefangener in seineHände, welche von den Seeräubern gemacht worden waren, und denener sofort die Freiheit schenkte. Auf diese Weise hatte er in 49 Tagenauch den östlichen Theil des mittelländischen Meeres vollständig von denPiraten gereinigt und damit zugleich in kaum drei Monaten im Gan-zen den Krieg mit ihnen erfolgreich und ruhmvoll beendet und für immerdas mittelländische Meer und die angrenzenden Länder von ihnen be-freit (67).
Inzwischen hatte Metellus durch seine Grausamkeit gegen die Kre-ter diese dahin gebracht, dass sie zuerst die Seeräuber zu Hülfe riefen,und dann, als diese in Cilicien unterworfen waren, sich erboten, demPompejus ohne Bedingungen sich zu unterwerfen. Auf die ihm ertheilteVollmacht sich stützend, befahl Pompejus dem Metellus, den Krieg gegensie zu enden, und schickte seinen Legaten Octavius, um ihre Unter-werfung anzunehmen. Aber Metellus leistete nicht nur dem Pompejus