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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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350 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

§. 241.

Der Krieg im Jahre 67.

Plan und Massregeln des Pompejus. Seine Thaten im mittel-ländischen Meere und in Cilieien und die des Metellus auf der

Insel Kreta.

Die in politischer Hinsieht für den römischen Staat gefahrvolle Ueber-trägung einer so aus^ dehnten, ungetheilten und unumschränkten Machtan einen so fähigen und ehrgeizigen Feldherrn, wie Pompejus, war inspeciell kriegerischer Beziehung das einzige Mittel zur raschesten underfolgreichsten Beendigung des Krieges mit den Seeräubern. Und manmuss dem Pompejus die Gerechtigkeit widerfahren lassen, dass er sichdes ihm erwiesenen unbegrenzten Vertrauens vollkommen würdig zeigte:seine Commandoführung in dem Kriege gegen die Seeräuber gereichtihm zur höchsten Ehre und bildet in der That die schönste und glän-zendste Epoche in seiner kriegerischen Laufbahn. Schon der von ihmentworfene Plan selbst zeigt ihn als einen Feldherrn ersten Banges undverdient vollste Beachtung. Pompejus theilte nämlich das ganze mittel-ländische Meer in 13 Abtheilungen, für deren jede je 1 oder 2 Legatenmit einer gewissen Anzahl Schiffe, Fusstruppen und sogar Cavallerie vonihm ernannt wurden. Alle Legaten hatten unter einander gleiche Macht,jeder aber in seinem Bezirke die volle, nur dem Pompejus unterstellteGewalt, und über ihnen erschien, nach einem Ausdrucke Appian's, Pom-pejus als König der Könige, der dem Ganzen die gehörige Sichtungund Bewegung gab und mit der Hauptmacht sich rasch dahin wandte,wo die Umstände seine persönliche Gegenwart erheischten. Da seinhauptsächlichstes Ziel die vollkommene Sicherung Siciliens, Sardiniensund Afrikas war, dieser drei Kornböden des Staates (triafrumen-taria subsidia reipubficae), wie sie Cicero nennt, so begann er dieOperationen von Westen her und führte sie mit solcher Energie und Ge-wandtheit, und seine Legaten unterstützten ihn so trefflich, dass die Re-sultate ausserordentlich glänzende, wichtige und erspriessliche waren.Die überall (im Westen) gleichzeitig angegriffenen Seeräuber konntensich nirgends hin retten: waren sie dem einen römischen Geschwaderentronnen, so stiessen sie auf ein zweites, drittes u. s. w., und was sieeinmal verloren hatten, das war für immer verloren, denn die römischenFlottenabtheilungen hinderten, indem sie Jene aus ihren Rayons ver-trieben, deren Ausbreitung hinter ihrem Rücken in sicherer und dauer-hafter Weise und drängten sie beständig weiter von Westen nach Ostenhin. Solchergestalt war in 40 Tagen der ganze westliche Theil desmittelländischen Meeres von den Säulen des Hercules bis Griechenland