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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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346 IH- Vom Tode Alexancler's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

liehen Flucht. Damit aber hatte er nur seine schliessliche Niederlagebeschleunigt. Sein Heer, übermüthig durch den erlangten Erfolg, zwangihn, statt nach Apulien, gegen Crassus zu marschiren, ausserdem fürch-tete Spartacus selber, der von dem Eintreffen Lucull's in Brundisium unddem Anmarsch des Pompejus von Norditalien her gehört hatte, dass erzwischen drei römische Armeen gerathen könne, und zog es vor, nur miteiner allein zu thun zu haben. Crassus seinerseits ersehnte nicht mindereinen Kampf, um nicht mit Lucullus und besonders nicht mit Pompejusdie Ehre des Sieges und der Beendigung des Krieges theilen zu müssen.In Folge dessen kam es am Flusse Silarus auf der Grenze zwischen Lu-canien und Campanien (h. der Fluss Sele südlich von Salerno) zu einemäusserst erbitterten blutigen Kampfe, in welchem Spartacus, fest ent-schlossen, zu siegen oder zu sterben, mit verzweifelter Tapferkeit fochtund endlich von Wunden bedeckt fiel. Bald darauf war sein ganzesHeer in die Flucht geschlagen, und die verfolgenden Bömer, welchekeinen Pardon gaben, machten an 40,000 Mann auf dem Platze nieder.Die Uebrigen hatten sich nach verschiedenen Eichtungen zerstreut, undsuchten sich demnächst in einzelnen Haufen zu sammeln. Der grösstedieser Haufen, 5000 Mann stark, zog nach Norditalien, stiess aber beimUeberschreiten der Apenninen auf Pompejus und ward von ihm gänzlichaufgerieben. Auf diesen unbedeutenden Erfolg gestutzt, beanspruchtePompejus für sich die Ehre, den Krieg beendet zu haben und Hess un-gerechterweise sich den grossen Triumph zusprechen. Crassus dagegen,der binnen sechs Monaten den für Rom so gefahrdrohenden Krieg be-. endet, nach dem Siege am Silarus die Ueberreste des Heeres des Spar-tacus verfolgt und bis zu Ende des Jahres ganz Italien von ihnen ge-säubert und durch dies Alles Rom den grössten Dienst geleistet hatte,wurde nur mit der Ovatio belohnt. Dies erhöhte wesentlich die gegen-seitige Feindschaft zwischen Crassus und Pompejus und ward die Ur-sache zu ihrer offenen politischen Nebenbuhlerschaft.

So endete der Krieg der Römer gegen ihre Sklaven, der für Romfurchtbar und gefahrdrohend war, sowohl weil er so nahe bei Rom spielte,als wegen der Grausamkeit, mit welcher die aufständischen Sklaven ihngeführt hatten, als besonders auch wegen der Fähigkeiten und Geschick-lichkeit des Spartacus. Dieser Anführer der aufrührerischen Sklavenbietet in vieler Hinsicht eine grosse Aehnlichkeit mit Viriathus, dem lu-sitanischen Volksführer. Gleich ihm, stand er seiner Begabung nachweit über seinem eigentlichen Stande. Tapferer Krieger und gewandterAnführer, verstand er mit gleichem Erfolge Gewalt und List anzuwenden;unerschrocken in Gefahren, standhaft im Missgeschick, massvoll imGlück, kühn, rasch, entschlossen, aber nicht immer verständig und vor-sichtig in seinen Unternehmungen, hatte er drei Jahre lang und nicht