328 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.,.
§. 230.Das zweite Kriegsjahr in Italien (82).
Thaten Sulla's und seiner Legaten gegen die Marianer. Schlachtbei Saeriportus. Belagerung von Präneste. Schlacht bei Rom.
Im Jahre 82 Hess sich Carbo zum dritten Mal nach einander zumConsul wählen, zugleich mit dem 26jährigen Sohn des Marius, undBeide zogen zu Felde. Die Einzelheiten ihrer Unternehmungen und4er der übrigen Marianischen Feldherren gegen Sulla und deren Le-gaten: Metellus, Pompejus, Crassus und M. Lucullus (eines Bruders desbei Sulla in Griechenland und Klein-Asien Gewesenen, in der Folgeso berühmten) sind unbekannt. Sicher ist nur, dass der Erfolg fast be-ständig und überall auf Sulla's Seite war, dass des Letzteren Parteidurch den Zutritt der angesehensten Bürger, die aus Rom, den Städtenund Provinzen Italiens flohen, in stetem Wachsen blieb und sich nochweit mehr verstärkte, als Sulla in einem feierlichen Vertrage mit denVölkern Italiens ihnen die Rechte und Privilegien der römischen Bürgerin vollstem Maasse garantirte. Unter diesen Umständen war der beiSaeriportus (nahe Präneste, dem heutigen Palestrina) von Sulla über Ma-rius erfochtene Sieg der dritte Schlag, den die Marianische Parteiin Italien durch Sulla erhielt. Sulla's Truppen, von Marius in dem Augen-blick angegriffen, als sie nach ermüdendem Marsche ihr Lager ver-schanzten, warfen sich muthig und tapfer mit blossem Schwerte auf die-selben. Das Heer des Marius focht hartnäckig, doch begann sein linkerFlügel bald zurückzuweichen; bei diesem Anblick gingen 5 Cohortenund 2 Türmen zu Sulla über, die übrigen Truppen des Marius flohen nachPräneste. Sulla verfolgte sie rasch und nachdrücklich, nahm an 8000 Manngefangen und machte noch unter den Mauern von Präneste, deren Ein-wohner die Flüchtlinge nicht einliessen, an 20,000 Mann nieder (Mariusselbst liess u sich mittelst Strickes über die Stadtmauer ziehen).
Sulla Uberliess dem Lucretius Ofella die Belagerung von Pränesteund marschirte in grösster Ordnung auf Rom, in das er ohne den ge-ringsten "Widerstand einrückte, da die Marianische Partei, obgleich anTruppenzahl stark, doch schon fast ganz überwältigt war, und zwar nichtsowohl durch Gewalt der Waffen, als durch den Mangel an fähigenFührern, und besonders auch durch Sulla's geschickte Politik. Dennochversuchte diese Partei noch Präneste zu befreien; aber alle zu diesemZwecke von ihr entsandten Corps wurden einzeln geschlagen, entwederdurch Sulla selbst oder durch seine Unterfeldherren, und schliesslich ver-liessen ihre Hauptführer Italien. Bei alledem hatten sie noch bedeutende