34. Kriege der Körner zur Zeit der inneren Unruhen (133—30 v. Chr.). 327
dere Kunst), welche Sulla nach dem Siege über Norbanus gleichfalls beiTeanum in Campanien antraf. Hiernach zog sich auch Sertorius, dersich bei Scipio's Armee befunden hatte, in das ihm zur Verwaltung ttber-gebene Hispanien zurück, mit dem Entschlüsse, für sich und die Maria-nische Partei, an deren Niederwerfung er nicht zweifelte, hier eine Zu-fluchtsstätte und einen Stutzpunkt zur Fortsetzung des Krieges gegenSulla zu gewinnen. Nach seiner Entfernung war es für Sulla, der inallen seinen Handlungen stets Energie mit ungewöhnlicher Schlauheitvereinte, nicht mehr schwer, die übrigen unfähigen Führer der Maria-nischen Partei zu überwältigen. Ihre numerische Ueberlegenheit veran-lasste ihn indessen, einige Corps zu detachiren, um auf den verschie-denen Punkten ihnen dieselben entgegenstellen zu können. Zu diesemZwecke schickte er Metellus Pius in das cisalpinische Gallien, den jungenCrassus zu den Marsern, um Truppen auszuheben. Crassus warb bei denMarsern eine grosse Truppenzahl und leistete durch seine Thaten demSulla erhebliche Dienste. Allein der 23jährige Pompejus übertraf ihndarin bei Weitem. Mit ausgezeichneten Eigenschaften des Herzens undVerstandes ausgerüstet, gewann er in Picenum viele Anhänger undbrachte dann aus eignem Antriebe, ohne irgend welchen Befehl von Sulla,für diesen im Picenischen drei volle Legionen zusammen, nebst dem zu-gehörigen Tross und allem Erforderlichen an Proviant und Kriegsvor-räthen. Dann übernahm er den Befehl über sie und führte sie zu Sulla.Drei Marianische Feldherren, Brutus, Cälius und Carinus, von denenJeder eine Armee befehligte, hatten sich verabredet, ihn mit gemein-schaftlichen Kräften anzugreifen. Pompejus aber Hess ihnen keine Zeitzur Vereinigung und schlug den Brutus gesondert; Cälius und Carinustrennten sich in Folge eines zwischen ihnen ausgebrochenen Haders nachverschiedenen Seiten. Auch der Consul Scipio wandte sich gegen Pom-pejus , ward aber auch von diesem wie von Sulla, mit seiner ganzenArmee zurückgeworfen. Endlich, nachdem er ein starkes Reiterge-schwader unter Carbo's Führung zersprengt hatte, stiess Pompejus mitseinen Truppen glücklich zu Sulla, der ihm voll Dankbarkeit mit dengrössten Ehren entgegenzog und ihn im Range eines Legaten des Me-tellus in das cisalpinische Gallien schickte, wo dieser schlaff und trägeoperirt hatte. Dies Alles erregte den Neid des Crassus und legte denersten Grund zu seiner späteren Feindschaft gegen Pompejus.