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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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316 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

die Reiterei Mithridates' aufs Haupt geschlagen, ohne Hülfe der Phalanx,ohne günstige Terrainverhältnisse, und nicht etwa wegen Verzagtheitder Truppen des Nikomedes, sondern lediglich in Folge der geschicktenDispositionen und Massregeln der Feldherren und der aussergewöhnlichenTapferkeit der Truppen Mithridates'. Die Folge dieses Sieges war dieEroberung ganz Paphlagoniens durch Mithridates' ohne Schwertstreichdurch den blossen Marsch durch dasselbe an die Grenze von Bithynien,wo Aquilius und Nikomedes mit den zuErsterem gestossenen Trümmernseines Heeres standen. Beim Herannahen Mithridates' und der Nieder-lage von 800 Mann bithynischer Reiterei durch eine Abtheilung sarma-tischer Avantgarden-Cavallerie lief die bestürzte Armee Nikomedes' aus-einander, Aquilius, durch ihre Flucht geschwächt, ward aufs Haupt ge-schlagen und floh nach Pergamus. Dieser zweite, bereits über römischeHeerführer und Truppen erfochtene Sieg hatte noch weit wichtigereFolgen. Die römischen Feldherren wagten nicht mehr, sich im offenenFelde zu halten und schlössen sich in Apamea, Pergamus, Rhodus undLaodicea ein, die römische Flotte verliess den thracischen Bosporus, undin wenigen Wochen hatten sich Bithynien, Phrygien, Mysien, die rö-mische Provinz Asien, Lycien, Pamphylien und Ionien, theils freiwilligund sogar gern dem Mithridates unterworfen, theils waren sie leicht undohne Mühe von ihm erobert. Um sie noch fester an sich zu knüpfen,wandte er in Bezug auf sie dieselbe Politik an, welche Hannibal bezüg-lich der Gallier und der Völker Italiens beobachtet hatte, er zeigte ihnennämlich ungewöhnliche Güte, Grossmuth, Milde und Wohlwollen, er-liess alle Rückstände, befreite sie auf fünf Jahre von Abgaben, entliessdie asiatischen Gefangenen u. s. w., und erwarb sich dadurch wirklichdie allgemeine Ergebenheit und Liebe. Mit den römischen Heerführern.Oppius und Aquilius, die in seine Hände gefallen waren, verfuhr er da-gegen aufs Grausamste.

§. 224.Krieg zwischen Marius und Sulla in Italien (8887).

Auf die Nachricht von der unerwarteten schlimmen Wendung derDinge in Kleinasien beschloss der römische Senat, ungesäumt an Mithri-

Seeleuten und Steuermännern bemannt. Die besten Truppen von seiner Landarmeewaren: die Phalanx des schweren Fussvolks und die Eeiterei. Im Allgemeinen istaber zu sagen, dass Mithridates' Armee, gleich allen im Orient, mehr stark undfurchtbar war an Zahl, als an Organisation und Ausbildung der buntgemischtenTruppen, denen nicht Tapferkeit, wohl aber militärische Ordnung fehlte. Dafürhatte Mithridates andererseits tüchtige, kühne und geschickte Feldherren (Archelaus.Neoptolemus, Dorilaus, Diophantos, Mänander u. s. w.); alle aber überragte Mithri-dates selber, der persönlich und höchst geschickt Alles in der Armee leitete undregelte.