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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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34. Kriege der Eömer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr.). 315

mit den Kömern aber sorgfältig vermieden, in der Absicht, einerseits sichnoch mehr zu verstärken und seine Kriegsrüstungen zu vollenden, anderer-seits um einen ganz legal gerechten Grund zum Kriege zu gewinnen.Beides erreichte er vollständig. Im Verlaufe von 20 Jahren hatte erBündnisse abgeschlossen mit den Scythen, Sarmaten, Bastarnern, Gallo-Griechen und mit Tigranes, zahlreiche Htilfstruppen von ihnen erhaltenund ungeheure Streitkräfte, Mittel und Materialien zum Land- und See-kriege zusammengebracht*). Er fing erst dann Krieg an, als auf seineBeschwerden über die Verheerung des pontischen Gebietes durch Niko-medes die Römer ihm eine ausweichende Antwort ertheilten. Dies er-klärte er für eine offene Ungerechtigkeit von ihrer Seite und für einengerechten Grund zum Kriege seinerseits und entsandte nun seinen SohnAriarathes mit einem starken Heere nach Kappadocien, das dieser nachBesiegung und Vertreibung des Ariobarzanes in Besitz nahm (89). Diein Kleinasien stehenden römischen Heerführer zogen aus allen Orten ihreTruppen zusammen, vereinten sie mit des Cassius, Proconsuls in Asien,Truppen und bildeten nun drei Armeen. Cassius stellte sich mit der einenan der Grenze von Bithynien und Galatien auf, Aquilius mit der zweitenan der Grenze zwischen Bithynien und Paphlagonien, Oppius mit derdritten in Kappadocien. Zu derselben Zeit lag bei Byzanz eine römischeFlotte, um der Flotte Mithridates' die Ausfahrt aus dem Pontus Euxinuszu verwehren, und hatte Nikoniedes seinerseits ein Heer von 60,000 MannFussvolk und 6000 Mann Reiterei aufgestellt und war durch Paphla-gonien nach Kappadocien gezogen. Alle diese Streitkräfte zusammenwaren aber so zu sagen gleich Null gegenüber der ungeheuren MachtMithridates', und der von den drei römischen Heerführern leichtsinnigund unbedacht, ohne den Willen des Senates und die Zustimmung desVolkes begonnene Krieg nahm gleich von Anfang an eine ungünstige,ja gefahrdrohende Wendung für die Römer.

§. 223.Erstes Kriegsjahr in Kleinasien (89).

Der Krieg ward durch einen glänzenden Sieg der MithridatischenHeerführer über Nikomedes in Paphlagonien eröffnet. Die 60,000 Mannstarke Armee des Letzteren wurde nur durch das leichte Fussvolk und

*) An Truppen allein, die in seinen eigenen Landen ausgehoben waren, hatte er250,000 Mann zu Fuss und 40,000 Mann zu Pferde, nebst 130 Sichelwagen; seineFlotte bestand aus 300 Verdeckscliiffen und 100 Schiffen ohne Verdeck. Auf ver-schiedenen Punkten waren colossale Vorräthe von allerlei Kriegsbedarf und Lebens-mitteln aufgehäuft, die Flotte mit tüchtigen erfahrenen phönieischen und ägyptischen