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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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34. Kriege der Römer zur Zeit der inneren Unruhen 13330 v. Chr.). 317

dates den Krieg zu erklären (88), und übertrug die Führung desselbennicht dem Marius, sondern Sulla, welcher im Bundesgenossenkriegeebenso viel Geschick als Glück gezeigt hatte, im Jahre 88 zum Consulgewählt war und Senat und Aristokratie für sich hatte. Marius, vonEhrgeiz und persönlichem Hass gegen Sulla getrieben, war dagegen ent-schlossen, diesem um jeden Preis das Commando in dem Kriege gegenMithridates zu entreissen und brachte dies endlich auch mit Hülfe desVolkstribunen Sulpicius und der durch sie in die alten römischen Tribusaufgenommenen neuen römischen Bürger zu Stande. Sulla, der zu dieserZeit mit seiner Armee in Campanien stand, wo er mit der definitivenNiederwerfung der Samniten beschäftigt war, die sich noch in Nola undUmgegend hielten, und zugleich die Vorbereitungen zum Kriege mit Mi-thridates traf, brachte das Heer sogleich auf seine Seite (die oberen Be-fehlshaber ausgenommen; und brach mit G Legionen (30,000 Mann zuFuss und 5000 zu Pferde) nach Rom auf, um Marius zu verjagen. DieFlucht des zweiten Consuls, Q. Pompejus Rufus, aus Rom zu seiner Ar-mee, aus Furcht vor des Marius Rache, und die vergeblichen Anstren-gungen des Marius, die Bürger und Sklaven in Rom zu bewaffnen, gabenSulla eine entschiedene Ueberlegenheit. Mit Feuer und Schwert hausteer in Rom, der nach Numidien entflohene Marius wurde geächtet, seineAnhänger verurtheilt und hingerichtet, oder proscribirt. Dennochkonnte er im folgenden Jahre (87) die Wahl eines Anhängers des Mariuszum Consul, des Cornelius Cinna, nicht hindern, Hess sich aber eidlichvon diesem versprechen, dass er während Sulla's Abwesenheit nichtsgegen seinen (Sulla's) Vortheil unternehmen wolle, und begab sich nachGriechenland.

Kaum war er aber aus Rom fort, so brachte Cinna abermals das vonSulla abgeschaffte Gesetz der Aufnahme der neuen Bürger in die altenTribus in Vorschlag. Der grösste Theil der Volkstribunen widersetztesich dem, und es entspann sich nun zwischen den neuen und alten Bür-gern, zwischen den Anhängern Sulla's und Marius' in Rom selbst einblutiger Kampf, der mit der Vertreibung Cinna's aus Rom nach einemVerluste von 10,000 Mann und dem Verluste seiner Consulwürde endete.Cinna entfloh mit dem später berühmten Senator Sertorius zusammennach Campanien. Hier brachte er die gegen die Samniten kämpfenderömische Armee und einen grossen Theil der neuen römischen Bürgerauf seine Seite, rief Marius zurück und schloss mit 300 Cohorten (alsoeiner Macht von 30 Legionen oder über 150,000 Mann), die in vier Ar-meen unter Führung des Cinna, Marius, Sertorius und Papirius Carbogetheilt wurden, Rom von vier Seiten ein. Der Senat rief Metellus undPompejus Strabo zu Hülfe, welche gegen die Samniten in Samnium foch-ten. Pompejus, der zuerst eintraf, lieferte unter den Mauern der Stadt