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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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304 III- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Catulus Truppen, welche in dem grossen Lager standen, in solches Ent-setzen, dass sie bis über den Padus entflohen und auch den Catulus hintersich drein zogen. Die Soldaten im kleinen Lager dagegen vertheidigtensich darin so tapfer und hartnäckig, dass, nach Angabe der römischenHistoriker, die Cimbern ihnen freien Abzug gewährten; es ist indessenwahrscheinlich, dass es ihnen gelang, sich durch die sie einschliessendenCimbern durchzuschlagen und dann gleichfalls über den Padus zurück-zugehen.

Wenn unmittelbar darauf die Cimbern direct auf Rom marschirtwären, so hätte dasselbe wahrscheinlich ein ähnliches Schicksal zu er-warten gehabt, wie es 300 Jahre zuvor bei dem Einfall der Gallier er-litten hatte. Zum Glück für Rom blieben aber die Cimbern, verführtdurch den Reichthum und Ueberfluss des Landes zwischen Athesis undPadus, in demselben stehen und wollten das Herankommen der Teutonenabwarten, von deren Niederlage sie noch nichts wussten; sie plündertenund überliessen sich der Unmässigkeit, und schwächten dadurch ihrekörperliche und sittliche Kraft, während Catulus und Marius Zeit ge-wannen, sich zu vereinigen und mit ihren vereinten Armeen wieder aufdas linke Padusufer hinüber zu gehen. Beide Armeen zusammen beliefensich auf 52,000 Mann zu Fuss und circa 4000 Mann Reiterei. Der Ober-befehl über Beide war dem Marius übertragen.

Auf die Nachricht von der Vereinigung des Marius und Catulus undihrem Uebergange über den Padus schickten die Cimbern Gesandte, diefür sie Ländereien zur Ansiedelung erbitten sollten; da sie eine ab-schlägige Antwort erhielten und von der Niederlage der Teutonen hörten,forderten sie Bestimmung der Zeit und des Ortes zur Schlacht. Mariussetzte den dritten Tag zum Kampfe fest in einer weiten Ebene, welcheRaudii campi hiess, in der Umgegend der Stadt Vercellä (h. Vercelliin Piemont). Hier stellte Marius die 20,000 Mann Fussvolk des Catulusim Centrum, seine 32,000 Mann auf den Flanken auf. Die Cimbern for-mirten, nach Angabe des Catulus, Sulla und Plutarch, ihr zahlreichesFussvolk in einer ungeheuren enggeschlossenen tiefen Phalanx, welche30 Stadien (etwa 5y 4 Werst =7500 deutsche Schritt) Tiefe auf jederSeite gehabt haben soll, was übrigens höchst unwahrscheinlich. Ihrereich bewaffnete, 15,000 Mann starke Cavallerie bog rechts ab, um dieRömer in der linken Flanke zu fassen, sobald das Fussvolk sie in derFront angreifen würde. Ein Theil des römischen Heeres (wahrscheinlichder linke Flügel) brach, als er dies sah, in dem Glauben, dass die Rei-terei der Cimbern vom Schlachtfeld flöhe, zu deren Verfolgung hervor;die übrigen Truppen gingen dem cimbrischen Fussvolk entgegen. Dersich erhebende dicke Staub, der den Römern die furchtbare Anzahl derCimbern verbarg, die Sonne, welche den Letzteren gerade ins Gesicht