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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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302 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr. .

ereignissen in diesem Jahre ist nur sicher, dass Sulla, sein Legat, diegallischen Tectosagenbesiegte und ihren Fürsten Copillas gefangen nahm.

Im Jahre 103 wurde Marius zum dritten Mal zum Consul gewähltund behielt den Oberbefehl in Gallien. Die Cimbern und Teutonen aberwaren noch nicht aus Hispanien zurückgekehrt, und das ganze Jahr ver-lief ohne irgend ein wichtiges Ereigniss in Gallien, ausgenommen dies,dass Sulla die Marsen, ein Volk germanischen Ursprunges wie manglaubt, überredete, sich von den Cimbern und Teutonen loszusagen undsich mit den Kömern zu verbinden.

Im Jahre 102 wurde Marius zum vierten Mal zum Consul ge-wählt, zugleich mit dem befähigten und verdienstvollen Lutatius Catulus.Während sich Marius in Rom befand, waren die Cimbern, welche in Hi-spanien keinen Erfolg gehabt hatten (da sie von den Celtiberern zurück-gewiesen wurden), mit den Teutonen nach Gallien umgekehrt, hattenihre Kräfte getheilt und zogen nun in zwei Richtungen nach Italien: dieCimbern und Tiguriner durch Helvetien und Noricurn, die Teutonen undAmbronen durch die römische Provinz Gallien (Provence) und Ligurien.Auf die Nachricht hiervon theilten auch die Consuln ihre Macht: Catulusstellte sich nahe den norischen Alpen auf, Marius beim Zusammenfiussder Isara mit dem Rhodanus. Der Marsch der Cimbern erforderte weitmehr Zeit, als der der Teutonen, welche bald vor Marius erschienen.Um seine Soldaten an den furchtbaren Anblick und das Geheul der Teu-tonen zu gewöhnen, rückte Marius lange Zeit gar nicht aus seinem Lageraus, trotz der Herausforderungen, Spott- und Schimpfreden der Teutonenund des brennenden Verlangens der römischen Truppen, sich mit ihnenzu schlagen. Ihrer Unthätigkeit endlich müde, stürmten die Teutonendas Lager des Marius, wurden aber mit Verlust zurückgeschlagen undbeschlossen nun, an demselben vorbei zu den Alpen zu ziehen; sie zogen,nach der Versicherung römischer Schriftsteller, sechs Tage und sechsNächte hindurch in ununterbrochener Reihe an demselbenvorbei*). Dies scheint jedenfalls übertrieben, obschon es keinem Zweifelunterliegt,* dass der Teutonen und Ambronen mit ihren Familien undganzem Tross, vielleicht auch ihren Heerden, sehr viele waren. Als sievollständig vorüber und hinlänglich weit voraus waren, brach Marius auf,ihnen nach, stets in ihrer Nähe lagernd in unzugänglichen Positionenund festen Lagern, und entschloss sich endlich, bei der Stadt AquaSextiä (h. Aix im Departement des Bouches du Rhone in Frankreich),unweit der Alpen ihnen eine Schlacht zu liefern. Noch bevor aber seineArmee ihr Lager verschanzt hatte, entbrannte schon der Kampf von

*) »Den Kümern höhnisch zurufend, ob sie an ihre Frauen und Kinder Bestel-lungen hätten «. Anmerkung des Uebersetzers.