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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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33. Kriege der Eömer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr. 1 . 301

Darauf beschlossen sie einstimmig, über die Alpen nach Italien zu gehen,um den Römern keine Zeit zur Besinnung zu lassen, und sich nirgendsaufzuhalten oder niederzulassen, ehe sie nicht Italien verwüstet und Romzerstört hätten. Und wäre dies genau zur Ausführung gebracht worden,so würden unzweifelhaft Italien und Rom in die äusserste Gefahr ge-rathen sein. Es ist unbekannt, aus welcben Ursachen die Cimbern undTeutonen aber, nachdem sie das ganze Land zwischen Rhodanus und Py-renäen verheert hatten, nach Hispanien weiter zogen.

Inzwischen hatte die Nachricht von der Vernichtung der Armee desManlius und Cäpio und die Erwartung des demnächstigen Einfalles derfurchtbaren Sieger in Italien einen unbeschreiblichen Schrecken in Romhervorgebracht, den das Gerücht von der Stärke und dem wilden Aus-sehen der Germanen noch vergrösserte. Gefahr und Bestürzung lehrtenindessen die Römer klüger als zuvor sein und, dem Gesetze zuwider,im zweiten Jahrenach e i n a n d e r einstimmig den abwesendenMarius zum Consul zu wählen, als den einzigen Mann, welcher unterdermaligen Umständen im Stande war, Italien und Rom zu retten. Wäh-rend dieser noch auf der Rückreise aus Afrika begriffen war, besorgteder Consul Rutilius die Aushebung der Truppen und ihre thunlichsteAusbildung (wobei zum ersten Mal der Gebrauch eingeführt wurde,den Soldaten aus den Gladiatoren entnommene Fechtlehrer zu überweisen,welche campi doctores genannt wurden).

§. 219.

Unternehmungen des Marius gegen die Cimbern und Teutonen.Schlacht bei Aqua Sextiä und bei Vereellä (102101).

Bei seiner Ankunft in Rom im Jahre 104 wurde Marius mitdem Triumph geehrt *), gleich darauf ging er zu der von Rutilius aus-gehobenen und eingeübten Armee nach Gallien ab. Da er aber die Cim-bern und Teutonen dort nicht mehr vorfand, so verwandte er den Restdes Jahres zu weiterer sorgsamster Ausbildung seiner Truppen und Ge-wöhnung an Strapazen, militärische Ordnung und Disciplin, die er sehrstraff handhabte, war aber zugleich auf alle Weise bemüht, die Liebeund das Vertrauen seiner Truppen zu gewinnen, was ihm auch Alles invollstem Maasse gelang. Man meint, dass er in dieser Zeit, um seineSoldaten mit nützlichen Arbeiten zu beschäftigen, sie zur Aushebungeines Canales zwischen dem Meere und dem unteren Rhodanus angestellthabe, welcher den Namen Fossa Mariana erhielt* - ). Von Kriegs-

*) Jugurtha ging in Ketten vor seinem Siegeswagen her. Anmerk. d. Uebers.**) Noch heute sind Spuren dieses Canals vorhanden. Anmerk. d. Uebers.