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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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300 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Oberbefehl in Gallien mit dem Titel als Proconsul, schickte aber zurVerstärkung noch den Manlius mit einer Armee hin (105). Nie war eineUebereinstimmung zwischen den Feldherren den Römern nöthiger ge-wesen , als zu dieser Zeit in Gallien, und niemals hatte sie im Gegen-theil weniger bestanden, als gerade jetzt zwischen Cäpio und Manlius.Der Erstere, obschon Proconsul, verachtete dennoch den Letzteren, undohne zu bedenken, dass Jener Consul war, wollte er Nichts mit ihm ge-mein haben und hielt sich stets durch den Rhodanus getrennt von ihm.Seine Thorheit ward bitter gestraft. Die Oimbern und Teutonen, mitden gallischen Tectosagen verbunden, welche über die Plünderung vonTolosa ergrimmt waren, griffen den Aurelius Scaurus, Legaten des Con-suls, an, rieben das von ihm befehligte Corps auf und nahmen ihnselbst gefangen. Dies bewog den Manlius zu der Aufforderung an Cäpio,dass er zu ihm stossen solle, aber Cäpio gab anfänglich eine schroffe'Antwort, nachher ging er zwar über den Rhodanus, bezog aber ein ab-gesondertes Lager zwischen Manlius und den Cimbern und Teutonen, umzuerst mit dem Feinde handgemein zu werden und ihn allein zu besiegen.Die Cimbern und Teutonen bildeten sich ein, dass Cäpio sich in Folgeeiner Aussöhnung zwischen Beiden dem Manlius genähert habe undHessen um Frieden bitten. Cäpio empfing die Gesandten äusserst schroffund finster und hätte sie beinahe hinrichten lassen. Als er darnach, vonden Seinigen überredet. eine Zusammenkunft mit Manlius hatte, wollteer auf Nichts eingehen, entzweite sich vielmehr noch ernstlicher mit ihm,und über fruchtlosen Streitigkeiten ging die Zeit verloren. Es ist unbe-kannt, wie darnach die Schlacht zwischen den römischen Heeren und dengeeinten Cimbern, Teutonen, Tigurinern, Ambronen und gallischenTectosagen sich entsponnen und sogar wo sie eigentlich stattgefunden hat(es wird meist angenommen, dass es unweit Arausio gewesen, der heutigenStadt Orange am Rhone). Gewiss ist nur, dass die Cimbern, Teu-tonen und die mit ihnen verbündeten Stämme ein furchtbares Blutbadin den Reihen der Römer anrichteten, beide römische Armeen fast gänz-lich aufrieben (auf dem Schlachtfelde sollen 80,000 Römer und Verbün-dete gelegen haben), ihre beiden Lager einnahmen, und da sie vor demKampfe geschworen hatten, Alles was nicht im Kampfe bleibe ihrenGöttern zu opfern, so warfen sie das Gold und Silber in den Rhodanus,vernichteten die Wagen und Bagage, Waffen und Rüstungen, ertränktendie Pferde und knüpften die überlebenden Römer an den Bäumen auf* l.

*) Nach Eutropius und Orosius erfochten nur die Cimbern, Teutonen und diemit ihnen verbündeten Ambronen und Tiguriner den Sieg (die Tugenier waren vor-her nach Helvetien zurückgekehrt), nach Plutarch dagegen gebührte der grösste An-theil am Siege den Ambronen, den tapfersten und furchtbarsten Kriegern aus demganzen verbündeten Heere, deren es an 30,000 gewesen sein sollen.