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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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33. Kriege der Römer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr.). 299

er sie wirklich Nachts ganz unvermuthet in der Nähe der Stadt Noreja(welche nach allgemeiner Annahme an der Grenze zwischen dem heutigenSteiermark und Kärnten lag), wurde aber tapfer abgewiesen, erlitteinen grossen Verlust, und wenn nicht ein gewaltiger Regenguss denKampf beendet und die Cimbern und Teutonen nicht von der Verfolgungdes Papirius abgestanden und sich westlich nach Helvetien gewandthätten, so wäre die ganze Armee des Papirius unvermeidlich aufgeriebenworden.

Von den weiteren Thaten der Cimbern und Teutonen ist nur bekannt,dass in Helvetien sich zwei Stämme mit ihnen verbanden, die Tigurinerund die Tugenier (welche in den heutigen Cantonen Zürich und Zugwohnten) , dass dann alle vier Völker zusammen in das transalpinischeGallien einbrachen, das sie furchtbar aussogen und verwüsteten, dannaber von den kriegerischen Belgiern zurückgeschlagen sich an den in derrömischen Provinz Gallien (Provence) befindlichen Consul Silanuswandten mit der Bitte, ihnen in dieser Provinz Ländereien zur Ansiede-lung zu überweisen, wogegen sie sich erboten, bei den Römern als Hülfs-truppen zu dienen. Aber der römische Senat lehnte dies ab, da er nichtLust hatte, solche gefährliche Menschen in römisches Gebiet aufzunehmen.Aus Rache griffen die Cimbern und Teutonen nun den Silanus an undbesiegten ihn vollständig (109). Im folgenden Jahre (108) hatte der Con-sul Aurelius Scaurus dasselbe Missgeschick, und im Jahre 107 rieben dieTiguriner im Gebiet der gallischen Allobroger (im südöstlichen Gallien)die römische Armee desConsuls Cassius gänzlich auf; Cassius selber undsein Legat Piso blieben im Kampfe, der andere Legat Popilius vermochtedie Trümmer des Heeres nur dadurch zu retten, dass er alles Gepäckund die Fahrzeuge den Tigurinern zur Plünderung überliess und selbstmit allen seinen Truppen unter dem Galgen durchkroch. Alle dieseNiederlagen der Römer waren aber nur das Vorspiel zu andern weit be-deutenderen, über welche auch genauere Nachrichten vorhanden sind.Die Römer hatten, fast wie mit Absicht, im Jahre 106 den hochmüthigen,jähzornigen und bis aufs Aeusserste habsüchtigen Consul Servilius Cäpio,und im Jahre 105 den Consul Manlius, einen gänzlich unfähigen] Mannohne alles Verdienst, nach Gallien geschickt. Cäpio hatte sich im Jahre106 durch geheime Verbindungen mit einigen der Einwohner von Tolosa(h. Toulouse) , welche Stadt gegen die Römer aufgestanden und mit denCimbern und Teutonen ein Bündniss eingegangen war, in den Besitzdieser Stadt gebracht, sie dann ausgeplündert und sich den grössten Theilder darin gewonnenen, im Alterthum unter dem Namen des tolosischenGoldes berühmten Tempelschätze im Werthe von 15,000 Talenten (etwaI872 Millionen Silberrubel = circa 21 Millionen Thaler) angeeignet. DerSenat rief ihn nicht nur nicht zurück, sondern verlängerte sogar seinen