33. Kriege der Kömer zur Zeit der inneren Unruhen (133—30 v. Chr.). 297
setzte dann den Marsch in der früheren Richtung fort, aber mit grossenVorsichtsmassregeln. Bei dieser Gelegenheit, wie überhaupt währendseiner ganzen Commandoführung in Afrika, hielt er militärische Zuchtund Ordnung in seinem Heere mehr durch Ambition und Wetteifer auf-recht , als durch Strenge und Strafen, und knüpfte dadurch die Kriegernoch fester an sich. Nach viertägigem Marsche kam er in Cirta an, undhier griffen Bocchus und Jngurtha ihn abermals plötzlich von vier Seitenauf einmal an. Marius aber war zu ihrem Empfange bereit und warf sieunter grossem Verluste ihrerseits zurück.
Diese wiederholte Niederlage erschütterte den Entschluss des Boc-chus und bewog ihn, durch des Sulla und Manlius Vermittelung, zur An-knüpfung heimlicher Unterhandlungen mit Marius. Marius willigte inden Abschluss eines Waffenstillstandes mit ihm und gestattete ihm Ge-sandte behufs Abschlusses des Friedens nach Rom zu schicken. In demfolgenden Jahre (106) kehrten die Gesandten mit der Antwort zurück:»Der Senat und das Volk von Rom pflegen Diensterwei-sungen sowohl als Beleidigungen im Gedächtniss zu be-halten. Dem König Bocchus verzeihen sie, weil er seinVergehen bereut. Zum Bundes genossen und Freunde wirder angenommen werden, wenn er es verdient haben wird.«Sulla war von Marius (dessen Oberbefehl in Afrika verlängert wordenwar) zur Führung der Unterhandlungen zu Bocchus geschickt und er-klärte diesem, durch welches Mittel er sich die Freundschaft und dasBündniss mit den Römern verdienen könne, nämlich durch Auslieferungdes Jugurtha an die Römer. Nach langem Schwanken willigte Bocchusaus Angst vor den Römern ein und gab den Jugurtha an Marius heraus,der ihn dann nach Rom sandte.
So endete der Krieg, in welchem Jugurtha, Metellus und Mariusgleich geschickt operirt hatten ; die Ehre ihn beendet zu haben, fiel aberweder Metellus noch Marius zu, sondern Sulla, vermöge seiner geschicktenVerhandlungen, durch welche er Bocchus zur verrätherischen Ausliefe-rung Jugurtha's zu bewegen wusste. Das war auch der Grund zu dergegenseitigen unversöhnlichen Feindschaft zwischen Marius und Sullaund zu jener Rivalität Beider, die Rom noch so viel Blut kosten sollte.