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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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296 HI. Vom Tode Alexander'» d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

staunliehe Glück, das alle seine Unternehmungen begleitete, begünstigteihn auch in diesem Falle. Ein römischer Soldat war zufällig und glück-lich, wenn auch nur mit Mühe auf den Gipfel des Felsen geklettert undhatte gefunden, dass die Burg auf dieser Seite ohne Schutz war, weildie ganze Besatzung sich nach der Seite gewendet hatte, von wo Mariusdie Belagerung leitete. Der Letztere schickte sogleich vier Manipeln dort-hin, und als sie den Felsen ungehindert erklommen hatten, führte er vonseiner Seite her die Truppen zum Sturm und drang, alle Hindernisseüberwindend, gerade zu der Zeit in die Burg ein, als die Besatzung, un-versehens im Rücken angegriffen, von Furcht und Schrecken erfasstnur an ihre Rettung dachte. Alle, die sich nicht zu retten vermochten,wurden niedergemacht, und auf diese Weise hatte sich Marius in Besitzeiner Veste gesetzt, die für ganz unbezwinglich gegolten hatte.

Bald darnach stiess mit zahlreicher römischer und Bundesgenossen-Reiterei sein Quästor und zugleich sein in der Folge so berühmter poli-tischer und kriegerischer Nebenbuhler Sulla (oder Sylla) zu ihm. Nochjung und unerfahren im Kriegswesen brachte dieser es doch bald durchseine ungewöhnliche Begabung, seinen Muth und seine Tapferkeit, wiedurch sein einschmeichelndes Wesen dahin, dass er die volle Liebe undZuneigung des Heeres und des Marius selbst gewann.

Unterdessen hatte Jugurtha die erdenklichsten Anstrengungen ge-macht , um Bocchus zum Eintritt in den Kampf mit Marius zu bewegen,weil er nach dem Verluste seiner besten Festungen und Schlösser undeines grossen Theiles seiner Schätze die entschiedene Unmöglichkeit ein-sah , den Krieg weiter fortzusetzen, und doch die absolute Notwendig-keit begriff, entweder einen allgemeinen Kampf gegen Marius zu wagen,oder sich der stückweisen Abtrennung seiner Besitzungen auszusetzen;ohne des Bocchus Beistand aber mochte er sich nicht mehr gegen Mariusin einen Kampf einlassen. Bocchus stiess mit einem zahlreichen Heerezu ihm, und gerade zu der Zeit, da Marius schon unterwegs war nachden Orten, wo er seine Winterquartiere beziehen wollte, griffen Jugurthaund Bocchus ihn gegen Abend ganz unvermuthet an, umzingelten seineArmee, brachten sie in Unordnung und Verwirrung und fügten in dembis zur Nacht währenden Kampfe ihr viele Verluste zu. Marius verloraber keineswegs die Geistesgegenwart, ermunterte, formirte und unter-stützte seine Truppen, und es gelang ihm schliesslich seine ganze Armeeauf zwei nahe bei einander gelegene Höhen zu führen, wo sie sich sofortverschanzten. Mit Tagesanbruch rückte er aus dem Lager aus, griff dieihn einschliessenden, aber unaufmerksamen, halb verschlafenen Numidierund Gätuler mit Ungestüm an, versetzte sie in furchtbare Bestürzung undUnordnung, schlug sie in die Flucht, machte eine Menge nieder, nahmihnen eine grosse Zahl Waffen und Feldzeichen und reiche Beute ab und