292 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
Zama aufzuheben; unter Zurticklassung von Garnisonen in den vonJugurtha abgefallenen Städten Numidiens ging er in die Winterquartierein dem römischen Afrika. Hier griff er abermals zu seinen unwürdigenMitteln zur Beendigung des Krieges, indem er Boinilkar, der im GefolgeJugurtha's war und sein besonderes Vertrauen genoss, überredete, denLetzteren lebendig oder todt auszuliefern. Bomilkar suchte den Jugurthazu bewegen, sich mit seinem ganzen Königreich auf Gnade und Ungnadeden Römern zu ergeben, anstatt den für ihn verderblichen Krieg fortzu-setzen. Auf des Metellus Forderung lieferte Jugurtha auch 200,000 PfundSilber, alle Elephanten, einen Theil seiner Waffen und Pferde und dengrössten Theil der römischen Deserteure an ihn aus (die anderen rettetensich durch die Flucht zu Bocchus, dem König von Mauretanien). Alsaber danach Metellus auch forderte, dass Jugurtha persönlich in dasLager der römischen Armee kommen solle, da zog er aus Furcht vor derRache der Römer es doch vor, aufs Neue zu den Waffen zu greifen undbegann mit der äussersten Aufbietung aller Kräfte zur Erneuerung desKrieges zu rüsten (108).
Inzwischen wurde des Metellus Commandoführung in Afrika in derStellung als Proconsul verlängert. Als er erfuhr, dass die Einwohnervon Vacca auf Jugurtha's Anweisung die ganze römische Besatzung nieder-gemacht hatten, eilte er sogleich mit einer Legion und einem Corps nu-midischer Reiterei dorthin, rückte unerwartet in die Stadt ein, gab sieder Plünderung seiner Truppen und den Flammen Preis und Hess dieEinwohner umbringen. Bei dieser Gelegenheit brach zum ersten Malezwischen Metellus und Marius ein offner Streit aus. Der hochmüthigePatricier Metellus antwortete auf ein Urlaubsgesuch des aus plebejischerAbstammung hervorgegangenen Marius behufs Bewerbung um das Con-sulat in Rom mit bitterem Hohne, willigte aber, da er dieses Gesuch nichtabschlagen konnte, schliesslich ein, in der festen Ueberzeugung, dassJener nicht zum Consul gewählt werden würde.
Jugurtha seinerseits erfuhr von dem Anschlag Bomilkar's gegen seinLeben und. Hess ihn hinrichten; von jetzt an aber Niemandem mehrtrauend und Jedermann fürchtend, wechselte er fortwährend seinen Auf-enthaltsort und seine Lagerstätte, zog von einem Ort zum andern, Hessaus den ihm nahestehenden Personen die Einen umbringen, zwang dieAndern zur Flucht zu den Römern oder zu Bocchus, suchte bald denFeind und den Kampf auf, bald floh er plötzlich in entlegene Orte undschwebte stets in Unentschiedenheit und Verzweiflung. Metellus ver-folgte ihn eifrig (107), überfiel ihn plötzlich unvermuthet, warf ihn zu-rück und zersprengte sein Heer; Jugurtha selbst rettete sich durch dieFlucht in die Stadt Thala, wo sich seine Kinder und ein grosser Theilseiner Schätze befanden. In der Hoffnung, durch Eroberung dieser Stadt