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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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32. Die Germanen, Gallier, Helvetier, Britannier und Parther. 283

alpinischen Gallien gegen Cäsar kämpften, waren, nach des LetzterenWorten, ein ungebildetes, rohes, hochmüthiges, nach Eroberungen undBeute unersättliches, aber mannhaftes, kriegerisches und tapferes Volk.Jeder der adligen, vornehmen und reichen Helvetier hatte sein Heer-gefolge, bestehend aus seinen Hörigen, Freunden, Hausgesinde und frei-willig sich Anschliessenden, bisweilen 1015,000 Mann stark. Einesolche Sehaar anführend, zog er zu Felde, um fremde Länder in Besitzzu nehmen, sich durch Plündern und Beutemachen zu bereichern undihren Hang zu Krieg und Abenteuern zu befriedigen. Die Helvetierkämpften gewöhnlich zu Fuss mit ausserordentlicher Statthaftigkeit,Ausdauer und Zähigkeit, entweder vor ihren Wagen und Fuhrwerkenund Tross, oder rings um dieselben herum, oder hinter ihnen hervor, ineiner wie eine quadratische Phalanx aussehenden Aufstellung, d. h. vongleicher Breite und Tiefe, nach vorn, nach den Seiten und nach obendurch eine Schutzwand aus Schilden gedeckt. Sie hatten auch Reiterei,obgleich in geringer Zahl. In allem Uebrigen glichen sie den Germanenund Galliern.

§. 213.Die Britannier.

Die Britannier, Britones oder Britten waren celtischen Ursprunges,aber wilder und roher als die celtischen Gallier. Sie lebten theils in denBergen, grösstentheils in getrennten Ansiedelungen in den Wäldern,welche Britannien bedeckten, in Hütten, die mit Erdumwallungen um-geben waren. Sie bemalten ihre Körper, kleideten sich in Thierfelle,wurden von vielen kleinen Fürsten oder Königen regiert, bisweilen auchvon Königinnen, und nährten sich von Viehzucht, Jagd und Fischfang,Krieg und Plünderung. Ihre Bewaffnung bestand aus langen Schwertern,Aexten und Wurfspiessen. Sie trugen Schilde: Helme und Panzer kann-ten sie nicht, hatten kleine, aber rasche und kräftige Pferde und warenselbst vortreffliche Keiter. Ihre Hauptmacht bildeten die Streitwagen,welche sie im Kampfe mit vielem Geschick anwendeten, indem sie siemit grosser Schnelligkeit und Macht direct gegen die Mitte oder in dieIntervalle der feindlichen Reihen vortrieben, plötzlich Halt machten,auf die Erde herabsprangen, zu Fusse kämpften und rasch wieder hinauf-sprangen, sobald sie zu sehr ins Gedränge kamen. Cäsar selbst ver-achtete diese Kampfart keinesweges, welche nach seiher Meinung dieLeichtigkeit und Schnelligkeit der Reiterei mit der Festigkeit und Wider-standskraft des Fussvolkes vereinigte. Ueberhaupt waren die Britanniersehr gewandt und behende und besonders geschickt im Lenken der