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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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282 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

eigenen Gefolgschaften zu Felde; diese bestanden aus ihren Hörigen,den unter ihrer Macht stehenden gemeinen Leuten und den Soldurii(Getreuen auf Leben und Tod). So nannten sich die Jünglinge von edlerAbstammung, welche freiwillig bei den Kittern als Waffenträger inDienste traten, ihnen den Eid der Treue und des Gehorsams leisteten,bei ihnen Alles lernten, was sich auf das Kriegswesen bezog, mit ihnendie Strapazen, die Thaten und den Ruhm des Krieges theilten. an ihrenVergnügungen, Jagd3h, Zechgelagen u. s. w. theilnahmen. Die Soldurii,wie alle übrigenjKrieger des Gefolges, welche von edler Herkunft waren,kämpften zu Pferde, die gemeinen Leute zu Fuss. In Fällen von beson-dererer Wichtigkeit oder Gefahr fand eine allgemeine Volksbewaffnungeines oder mehrer verbundener Stämme statt, und auch bei diesen all-gemeinen Aufgeboten bildeten die höheren Stände die Cavalleiie, das ge-meine Volk die Fusstruppen. Sowohl unter gewöhnlichen Umständen, alsbei aussergewöhnlichen Fällen wurde aus dem Stande der Ritter in all-gemeiner Volksversammlung der oberste Kriegsanführer gewählt, welcherindessen eine sehr beschränkte Macht hatte und in grosser Abhängigkeitvon den Führern der einzelnen Gefolgschaften stand. Den besten Kernund Haupttheil der gallischen Heere bildete, wie begreiflich, die aus-gezeichnete Reiterei aus dem Stande der Ritter, die gut und reich be-waffnet mit Helm, Panzer, Schild, Schwert und Wurfspiessen und gutberitten war. Das Fussvolk war zum grössten Theile mit langen Schwer-tern und grossen Schilden ausgerüstet. Im Kampfe bildeten die Ritterdas erste Glied in geöffneter Linie, ihre Soldurii standen etwas weiterzurück in der gleichen Formation hinter ihnen Das Fussvolk kämpftein mehr oder weniger starken eng zusammengeschlossenen quadratischenAbtheilungen unter der Führung ihrer Stammeshäupter, Aeltesten oderRitter. Wie die Germauen, erhoben auch die Gallier, wenn sie in dieSchlacht zogen, ein furchtbares Getöse und Geschrei, ihre Kämpfer zuFuss entkleideten sich auch nicht selten bis auf den Gürtel, und ganzwie bei den Germanen, erfolgte auch der erste Anprall der Gallier mitgrosser Heftigkeit, im Falle hartnäckiger Gegenwehr Seitens des Feindesermattete aber ihre Körperkraft bald und Hessen sie den Muth sinken.Bei alledem standen sie mit Recht in dem Rufe ausserordentlich tapfererKrieger; das beste Zeugniss dafür geben ihre Schlachten mit Cäsar, unddieser selbst lässt ihnen darin volle Gerechtigkeit widerfahren.

§.212.Die Helvetier.

Die Helvetier, Bewohner Helvetiens (h. Schweiz), welche andernEinfall der Cirabern und Teutonen theilnahmen und später im trans-