280 H 1 - Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
aber bergiges und waldiges Land. Seine Bewohner stammten, nach Cä-sar's Angaben, grossentheils von den Germanen ab, welche den Rheinüberschritten und sich unter der Verdrängung der Eingeborenen in diesemLande festgesetzt hatten. Wegen dieser Abstammung von den Germanen,vielleicht auch wegen deren naher Nachbarschaft und andererseits derweiten Entfernung von den Römern waren die Belgier, fremd allemLuxus und Wohlleben, ein sehr kräftiges, kriegerisches und tapferes,aber auch das roheste und ungebildetste Volk Galliens. Ihre durch denKrieg gegen Cäsar bekanntesten und bemerkenswerthesten Stämmewaren: die Morini und Nervii an den Ufern des Oceans, die Sues-siones und Remi östlich derselben, die Veromandui und Bello-vaci in der Mitte zwischen jenen Beiden, die Leuci im Osten, dieMediomatrici im Westen des Vogesengebirges, die Eburones zubeiden Seiten des Mosaflusses (h. Maas), die Triboci, Nemetes,Ubii und Batavi auf dem linken Ufer des heutigen Rheins, und westlichderselben die Menapii und Aduatuci oder Tungri.
Celtica war ein hügeliges Land mit vielen Ebenen und weiten Wal-dungen. Der Theil desselben längs der Meeresküste hiess Aremoricaoder A r m o r i c a: hier wurde emsig Schiffsbau und Fischfang getrieben.Im celtischen Gallien wohnten die eigentlich celtischen Stämme, derenes sehr viele gab. Durch den Krieg gegen Cäsar sind am bekanntestengeworden: die Aedui oder Haedui und Carnutes längs des ganzenLaufes des Ligerflusses (h. Loire), die Veneti, Curiosolitae undUnelli längs der Meeresküste von der Ligermündung bis zur Mündungder Samara (h. Somme), die Senones, Liugones und Parisiilängs dem Lauf der Sequana (h. Seine), die Boji und Aulerci iminneren Lande, die Arverni, Cadurci und Lemovices nördlichder Garumna, die Sequani und Rau raci zwischen Arar (h. Saone)und dem mittleren Rhein. Die Bewohner des celtischen Galliens, welcheden Römern näher lebten als die Belgier und lebhaften Binnenhandelführten, waren reicher und gebildeter als alle übrigen Gallier und nichtvon so wilden und rauhen Sitten wie die Belgier, obschon sie ein sehrtapferes Volk waren.
Aquitanien endlich war ein von vielen Flüssen durchschnittenes,aber nicht sehr fruchtreiches Land; auch in ihm gab es Wälder undBerge. Die Bewohner desselben waren theils von ein und demselbenStamme mit den Iberern oder Hispaniern, theils Celten. Die Einen wiedie Anderen glichen in vielen Dingen den Hispaniern. In dem Kriegegegen Cäsar treten besonders hervordie Stämme der Bituriges, Con-venae und Ausci.
In den HauptzUgen glichen sich aber, nach Cäsar's Beschreibung,alle Gallier überhaupt. Alle zeichneten sich durch hohen Wuchs, kräf-