32. Die Germanen, Gallier, Helvetier, Britannier und Parther. 279
Theilen. Ihren Angriff machten sie mit dem Schwerte in der Faust, nichtselten bildeten sie im Gefecht Schilddächer, indem sie sich nach vorn,den Seiten und nach oben mit den Schilden schützten. Ihre Lager um-gaben sie nach allen Seiten mit ihren fest und dicht verbundenen Fuhr-werken, nicht allein behufs besserer Vertheidigung, sondern auch des-halb , damit Niemand hoffen könne zu entfliehen. In allem Uebrigenbieten die Germanen, gegen welche Cäsar focht, die gleichen allgemeinenZüge mit den Cimbern und Teutonen.
§.211.Die Gallier.
Die zweite Stelle nächst den Germanen gebührt den transalpinischenGalliern, welche nach siebenjährigem erbitterten Kampfe von Cäsar un-terworfen wurden. In Cäsar's Commentaren finden wir umständliche undinteressante Nachrichten über dieses Volk und das Land, darinnen eswohnte. Das Letztere umfasste den Raum zwischen dem atlantischenOcean, Rhein, Alpen, mittelländischen Meer und den Pyrenäen und bil-dete das eigentliche Gallien, welches die Römer zum Unterschiedevon dem diesseitigen näheren (zu Rom) cisalpinischen (Gal-lia citerior aut cisalpina) oder diesseits der Alpen gelegenen —das ent fernte rejenseitige transalpinisch e(Galliault er io rauttransalpina), auch wohl Galliabracäta (das weitbehoste)nach den dort üblichen weiten Beinkleidern, oder Gallia comata(das langhaarige) — nach den langen aufgelösten Haaren seinerBewohner — nannten. Cäsar theilte es nach den Mundarten seiner Be-wohner in drei Haupttheile ; GalliaBelgica oder Belgien, im Nord-osten zwischen Rhein und Sequana (h. Seine), — Gallia Aquitanaoder Aquitanien im Südwesten zwischen Garumna (h. Garonne),Ocean und Pyrenäen und Gallia Celtica in der Mitte zwischen demOcean, Sequana, Rhodanus und Garumna. Der südöstlichste TheilGalliens entlang dem mittelländischen Meere zwischen Alpen und Py-renäen war schon lange vor Cäsar von den Römern erobert worden undin eine römische Provinz verwandelt, Provincia (h. Provence), undwurde später nach ihrer Hauptstadt Narbo Gallia Narbonensisgenannt. Uebrigens unterschieden sich Belgien, Celtica und Aquitaniennicht allein durch die Dialekte ihrer Einwohner, sondern auch durch dieSitten und Gebräuche derselben, wie durch ihre eigenthümlichen topo-graphischen und klimatischen Verhältnisse.
Belgien im Norden, nahe dem Meere, war ein ebenes, mit Wäldernbedecktes und von Flüssen und Sümpfen durchschnittenes, im Süden