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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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31. Die Kömer bis zur Zeit der Bürgerkriege (13330 v. Chr.). 273

Aus diesem Grunde verdient der Stand der Streitkräfte und Kriegs-kunst zur See bei den Kömern in der Periode der Bürgerkriege eine be-sondere Beachtung. Ohne uns in Details einzulassen, beschränken wiruns auf einen kurzen Ueberblick über die Organisation der Seekriegs-schiffe, Schiffsbemannung und Marinetruppen, die Befehlsftihrung beider Flotte, die Kriegshäfen, und über die Taktik und Kriegskunst derSchiffe, die Auszeichnungen für hervorragende Leistungen und Verdienstezur See.

Für den Bau der Schiffe waren besondere dem Staate gehörendeSchiffsbauwaldungen angewiesen (silvae publicae) , für Auswahl undFällen des Holzes bestimmte Regeln vorgeschrieben. Die Kriegsschiffe(naves bellicae) zerfielen in: 1) grosse, nach der Zahl der Ruder-bänke Biremen, Triremen, Quinqueremen, Hexeres, Oc-teres u. s. w. genannt; am meisten gebräuchlich waren die Triremenund Quinqueremen; 2) leichte Kriegsschiffe [lusoriae naves, Kreuzer)mit ein oder zwei Reihen Ruder, welche grösstentheils zur Beobachtungund Erforschung des Feindes bestimmt waren (naves speculatoriae,Spähschiffe) , und 3) kleine Schiffe oder Kriegsboote (?iaves ac-tuariae, Brigantinen). Ausserdem gab es Transportschiffe (navescorbitiae, Corvetten), von denen die leichteren cymbae (cumba, Kahn)genannt wurden; Cäsar wendete in Gallien auf den Flüssen und inden Flussmündungen pontones (Pontons) an, eine Art gallischer schwererFlusskähne. Zur Ausführung des Stosses wurden an den Kriegsschiffenüber oder auch unter der Wasserfläche befindliche eisenbeschlageneSchnäbel (rostra ferramenta) angebracht. Um sich vor dem Stoss derfeindlichen Schiffsschnäbel zu schützen, waren die Seiten der Kriegs-schiffe mit Schilden, Beschlägen aus dicken Balken, versehen. Diegrossen, bisweilen auch die leichten Kriegsschiffe hatten Verdecke (ta-bulata, catastromata) , auf welchen Kriegsgeschütze und Maschinen, zwei-und dreistöckige Thürme standen und das Handgemenge in der Schlachtstattfand. Unter den Kriegsmaschinen befanden sich auch Enterhakenvon verschiedenster Form, Construction und Bemannung [ferreae manus,harpagones, corvus u. s. w.), Fallbrücken (sambuca u. s. w.), Brandge-schütze und Maschinen, welche brennende Sachen und Substanzen warfen,Maschinen zum Hochheben und Versenken der feindlichen Schiffe, zurZerstörung der Stadtmauern u. s. w. Auch wendeten die Römer beson-dere Branderschiffe an.

Die Bemannung der Flotte (Schiffsequipage) zerfiel in Ruderer (re-miges) oder Matrosen und in Seesoldaten (classiarii, epibatae, navales).Die Ruderknechte oder Matrosen wurden noch aus denselben Klassenund in derselben Weise ausgehoben, wie früher, die Seesoldaten wiedie Legionen. Die Einen wie die Anderen leisteten, gleich den Land-

Galitzin, AUgem. Kriegsgeschichte. I, 3. 18