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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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272 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustiis (32330 v. Chr.).

§. 208.Stand der Kriegskunst im Allgemeinen.

Wenn einerseits die Periode der römischen Bürgerkriege bemerkens-werth ist durch die Veränderung und den Verfall der Heeresorganisationund der kriegerischen Einrichtungen Roms und den sittlichen Verfallder römischen Truppen, so bildet sie andererseits bezüglich der Kriegs-kunst im Allgemeinen in Wahrheit die interessanteste, merkwürdigsteund lehrreichste Epoche der Kriegsgeschichte Roms, ja des ganzen Alter-thums. In der That haben gerade zu dieser Zeit die Römer, geführt vonsolchen Feldherren wie Marius, Sulla, Metellus, Lucullus, Pompejus,.Antonius und besonders dem grössten von Allen, Cäsar, in verschiedenenLändern und gegen die verschiedensten Völker der Welt so gewaltigeKriege geführt, wie (äussere) : gegen Jugurtha, die Cimbern und Teu-tonen, Mithridates, die Hispanier, Gallier, Germanen und Parther, und(innere Bürgerkriege) gegen Sertorius, Marius gegen Sulla, Pompejusgegen Cäsar, und solche Siege erfochten, wie bei Aqua Sextiä, Chä-ronea, Orchomenus, Pharsalus, Thapsus, Munda, Philippi u. A. Indieser Zeit erscheinen die Taktik, Logistik, Lagerkunst, Fortification,Belagerungskunst, Ballistik, kurz alle Zweige der Kriegskunst, anderen Spitze solche Männer standen, wie die genannten Feldherren undüber Allen Cäsar, sie erscheinen unstreitig auf der höchsten Stufe derEntwickelung, Vervollkommnung und des Glanzes im ganzen Alterthum.

§. 2Q9.Streitkräfte und Kriegskunst zur See.

Die von den Römern in dieser Zeit der inneren Zwiste geführtenKriege spielten sich theils in Gegenden ab, welche durch das Meer vonItalien getrennt waren, theils auf dem Meere selbst, und da somit dieOperationen -zu Lande mit denen zur See Hand in Hand gehen mussten,so gewannen die Letzteren hierdurch sehr an Bedeutung und Wichtig-keit und es erwuchs daraus für die Römer die Notwendigkeit, starkestehende Flotten zu unterhalten- Dies waren die Ursachen, dass die ma-ritimen Kräfte und die Seekriegskunst in dieser Zeit bei den Römern einehohe Stufe der Entwickelung und Vollkommenheit erreichten, und dassRom als ein zu Lande wie zur See gleich mächtiger Staat dasteht. Pom-pejus und sein Sohn Sextus besonders machten die römische Flotte starkund furchtbar, und der Krieg zwischen Antonius und Octavianus Angustuswurde sogar vorzugsweise zur See geführt und auch hier durch den Siegin der berühmten Seeschlacht beim Vorgebirge Actium entschieden.