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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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31. Die Römer bis zur Zeit der Bürgerkriege (13330 v. Chr.). 271

cae, malleoli)*), mit Werg, Schwefel. Harz und anderen brennbarenStoffen und Gegenständen an ihren Spitzen. Die Bailisten warfen Steineund andere schwere Körper im hohen Bogen auf 400600 SchritteEntfernung und wurden meist beim Angriff und der Vertheidigung vonStädten und Feldbefestigungen gebraucht, die kleinen oder onagri**)dagegen vorzugsweise im Felde. Ausserdem gab es zusammen-gesetzte Ballisten, die auch im Bogen warfen, und Handscor-pionen und onagri, welche nur von einem einzelnen Manne bewegt undin Thätigkeit gesetzt wurden. Die grossen oder schweren Geschütze undKriegsmaschinen wurden ausserhalb Schussweite von der Stadt erbautund dann auf vorher geebneten Wegen oder Holzrahmen herangeführt.Man vertheilte die Geschütze auf die vortheilhaftesten Punkte, ihrerGrösse und der Entfernung von der Stadt entsprechend, zum Schutz derHeranbringung der Maschinen und des Angriffes auf die Stadt.

Alle hier angegebenen Angriffsmittel kamen bei grossen regulärenBelagerungen getrennt oder vereint vor, je nach den Umständen.

Die Vertheidigung der Städte geschah mit denselben Mitteln, wiesie früher schon beschrieben wurden, die aber erheblich vermehrt undvervollkommnet, und sehr verschiedenartig waren. Die hauptsächlich-sten davon waren: die Thätigkeit der Wurfgeschütze, Minen und Gegen-minen, Ausfälle, Zerstörung der Arbeiten und Maschinen des Belagerers,oder wenigstens Erschwerung und Verhinderung des Heranführens undder Thätigkeit und Wirksamkeit seiner Maschinen, verschiedene Artenvon Schutz der Mauern und der sie vertheidigenden Krieger gegen denBelagerer und dessen Maschinen, Erhöhung der Mauern oder Auf-führung von neuen hinter den vorderen, endlich Vertheidigung derBresche und der inneren Stadt.

Im Allgemeinen dauerten unter ziemlich gleichen Erfolgen seitensdes Angriffes wie der Vertheidigung von Städten die grossen Belagerun-gen gewöhnlich sehr lange, wurden mit grossen Mühen und Anstrengun-gen, Ausdauer und Kunst geführt und endeten selten mit der Uebergabeoder Capitulation der Stadt, sondern meistens mit deren Erstürmung.

Die merkwürdigsten Belagerungen jener Zeit sind die von Athendurch Sulla (8786), und sämmtliche von Cäsar ausgeführte, welcheden Höhepunkt der Belagerungskunst jener Periode bezeichnen, nament-lich die Belagerungen von Alesia und Massilia.

*) Die falarica, Brandpfeil, hatte (nach Yegetius) unter dem Schaft ein eisernesRohr, in welches die" Brennstoffe gesteckt waren und deren vor dem Schuss entzün-dete Flamme noch durch Oel genährt wurde, das auch in diesem Rohre sich befand.Malleolus, ein Bündel von Rohr (Faschine) mit Pfeilspitze.

Anmerkung des Uebersetzers.**) Der onager oder onagrus schleuderte meist nur Steine.

Anmerkung des Uebersetzers.