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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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31. Die Kömer bis zur Zeit der Bürgerkriege [13330 v. Chr.;. 267

Ans dem oben Gesagten ist leicht zu schliessen, dass in den römi-schen Heeren dieser Zeit, um des persönlichen Yortheils der Feldherrenwillen, in seltsamer Weise mit der Strenge der Kriegsgetze die schmach-vollste Schwäche in deren Handhabung verbunden war. Damit zugleichwaren auch Bestrafungen für militärische Vergehen und Verbrechen indem einen Falle nicht nur strenge, sondern grausam, im anderen Falldagegen schwach, in keinem Verhältniss zur Schuld und mit Gerechtig-keit und Gesetz nicht übereinstimmend, kurzum sie hingen ganz vonder Willkür der Heerführer ab. Die kriegerischen Belohnungen wurden,seit der Verbreitung von Ueppigkeit, Sittenverderbniss und Abschwächungder Gesetze, bereits öfter vertheilt, massloser gemacht, weniger gerecht,häufig nicht allein den Gesetzen nicht gemäss, sondern ihnen entgegenzuerkannt, und während sie ihren alten eigentlichen Werth nämlicheine Ehrenauszeichnung zu sein eingebüsst hatten, erlangten sie stattdessen einen mehr oder minder hohen Werth durch Kostbarkeit, Luxus,Pracht und Herrlichkeit und befriedigten die Habgier und Eitelkeit derEmpfänger. So wurden, statt der früheren, einfachen und bescheidenen,aber ausserordentlich ehrenden Kränze aus Gras und Bäumblättern, fastausschliesslich noch Kränze aus den seltensten und kostbarsten Pflanzenund Blumen, und Kronen aus den edelsten Metallen verabfolgt. In Formvon Belohnungen (später auch für Geldi wurden die höheren Chargenbereits vom Lagerdienst befreit, die gemeinen Soldaten auch vom Aus-heben der Befestigungsgräben und anderen Arbeiten im Lager. In Be-zug auf Zuerkennen des Triumphes ging man mehr und mehr von dengesetzlichen Regeln und Formen ab und machte dem Gesetze zuwider-laufende Ausnahmen. So beehrte man mit dem grossen Triumph jetztschon nicht allein Proconsuln, Prätoren und Proprätoren, sondern sogarPersonen, welche keinerlei öffentliches Amt bekleideten. So z. B. wurdeFulvius in der Stellung als Proconsul mit dem grossen Triumph belohnt,Pompejus sogar drei Mal in der Stellung als römischer Ritter und alsPrivatperson. Hand in Hand damit ging auch die ausserordentliche Er-höhung des Luxus, des Pompes und der Pracht der grossen Triumphe,welche zuweilen mehrere Tage nach einander währten. Ausserdem kommtauch zu dieser Zeit eine bei den Kömern neue Art der Belohnung für dieFeldherren vor: die Errichtung von Siegestrophäen für sie. Dieser hohenEhre wurde übrigens nur Pompejus und Cäsar theilhaftig.

§. 207.Lagerkunst, Befestigungs- und Belagerurigskunst, Ballistik.

Die Periode der Bürgerkriege bildet ohne Zweifel die Epoche derhöchsten Entwickelung und grössten Blüthe der Lagerkunst, Feld- und