264 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
bei Sonnenaufgang wieder in seinem Lager vor Gergovia ein, hatte folg-lich 64—68 Werst (fast 10 Meilen) in 24 Stunden zurückgelegt und da-bei noch ein Gefecht bestanden.
In den Schlachtordnungen der Armeen standen die römischen Le-gionen nach alter Weise im Centrum, die Cohorten der Hülfstruppen aufden Flanken. Die Veliten besetzten alle Zwischenräume zwischen denCohorten, Legionen und Türmen der Cavallerie, ja man stellte sie vor-wärts , in die Flanken und hinter der Linie auf, mit einem Wort: alle, Abtheilungen des schweren Fussvolks und der Reiterei waren auf allenSeiten von leichtem Fussvolk umgeben. Bezüglich der Verwendung derReiterei in dieser Periode ist eine bedeutende Veränderung gegen früherzu bemerken. Sehr häufig wird sie nämlich ganz geschlossen vor oderhinter dem Fussvolk, oder in einer der Flanken aufgestellt. So z. B.stellte sie Cäsar in Gallien häufig in die erste Linie, um die zahlreichegallische Reiterei zutheilen und sein Fussvolk gegen dieselbe zu schützen.Bei Pharsalus hatte Pompejus seine gesammte Cavallerie auf der linken,Cäsar die seinige auf der rechten Flanke geschlossen. Bei Ucita befandsich Scipio's ganze Liniencavallerie auf der rechten Flanke, die numi-dische hinter dem Fussvolk; bei Cäsar stand die ganze Cavallerie aufder linken Flanke. Im Allgemeinen hielt Cäsar seine Reiterei fast immergeschlossen beisammen und verwandte sie in Massen als selbstständigeTruppengattung. Gleich den Galliern und Germanen hatten auch dieRömer zu dieser Zeit die stehende Gewohnheit, Abtheilungen ihrer Ca-vallerie mit solchen der leichten Infanterie zu vermischen, und häufigerals sonst kommt es vor, dass jedem Reiter ein Velite beigegeben ist, dener im Fall der Noth auf seinem Pferde mit sich nimmt. Diese Art derCombinirung mit dem leichten Fussvolk wird besonders bei Cäsar öfterserwähnt. Seine Cavallerie war fast immer numerisch schwächer als dieseiner Gegner und deshalb unterstützte er sie durch leichtes und sogardurch schweres Fussvolk, wie z. B. bei Pharsalus durch sechs Cohorten,bei Ucita mit allen fünf Legionen und dem leichten Fussvolk, und inbeiden FäHen mit bestem Erfolge.
Die Kampfart der verschiedenen Truppengattungen, Legionen undArmeen war der bisher üblichen gleich. Das leichte Fussvolk eröffneteden Kampf; dann ging die erste Linie zum Angriff vor, die übrigen unter-stützten sie, oder verstärkten die schwachen oder bedrohten Punkte, odersie verlängerten die Frontausdehnung. Das leichte Fussvolk deckte oderunterstützte alle Actionen der schweren Infanterie und Cavallerie, unddiese Letztere führte ihre Angriffe in kleinen Abtheilungen, oft auch inganzer geschlossener Masse aus, vorzugsweise auf einer der Flanken.Den Parthern und Numidiern gegenüber hielten, die Armeen sich oftoffensiv-defensiv in Vierecksaufstellung. Aber bei dieser Art der For-