262 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
der römischen Armeen machte jeden anderen Aufstellungsmodus derLegion unmöglich. Sobald die Legionen aus unerfahrenen und zur Actionin der Formation nach Manipeln ungeübten Leuten bestanden, sobald dieKrieger der Legion nicht mehr in Klassen eingetheilt werden konnten,konnte natürlicher Weise auch die Thätigkeit der Legion in der Auf-stellung nach Manipeln nicht mehr die Bedingungen des Erfolges in sichbergen und musste diese Formation selbst abgeändert werden. Dazu kamnoch ein andrer Umstand, nämlich die Zusammensetzung, Formation undKampfart einiger von den Völkern, gegen welche die Römer in diesemZeitraum äussere Kriege führten, als dawaren: Gallier, Germanen, poli-tische Truppen, Parther, Numidier. Vorzugsweise , einige von ihnensogar ausschliesslich, zu Pferde und in zahlreichen Schaaren kämpfend,zwangen sie die Römer nothwendiger Weise, noch in erhöhtem Maassedie Selbstständigkeit der Theile und Glieder der Legion zu vermehren.
Auf diese Weise ward seit des Marius Zeit die Aufstellung der Legionin Quincuncialform in Manipeln abgeändert in die Aufstellung derselbenin Co horten in dr ei Linien.-Die Legion wurde nicht mehr in 30 Ma-nipeln der drei verschiedenen Gattungen schweren Fussvolks eingetheilt,sondern in 10 Cohorten, jede aus drei Centimen zu 4, 5 bisweilen600 Mann derselben Gattung schweren Fussvolks ohne besondere Be-zeichnung. Die Tiefe der Aufstellung, der Raum, den jeder Krieger inReihe und Glied einnahm, und die schachbrettförmige Stellung der erstenbeiden Linien blieb dieselbe wie vordem. Aber die Cohorten hatten 40,50, auch 60 Rotten Front, die Intervalle zwischen den Cohorten, früherihrer Frontlänge gleich, wurden in der Folge immer kleiner, die Distancenzwischen den Linien dagegen waren weit grösser als früher. Die Linienwurden nicht mehr nach den Klassen der Krieger benannt, sondern durchNummern bezeichnet: erste, zweite und dritte Linie. Die erste Linie be-stand aus vier, die zweite und dritte je aus drei Cohorten. Die Cohortender zweiten Linie standen auf den Zwischenräumen der Cohorten derersten Linie, in der dritten Linie standen die erste oder rechte und diedritte oder"linke Cohorte hinter der ersten und vierten Cohorte der erstenLinie, um die Flanken der Legion besser zu decken, die zweite Cohorteder dritten Linie im Centrum derselben hinter der zweiten Cohorte derzweiten Linie. Die Krieger der ersten und zweiten Linie Messen auchwie bisher antesigncmi, d. h. vor den Fahnen Stehende; in der drittenoder Reservelinie befanden sich die tapfersten, bisweilen auch die grösstenund stärksten Soldaten. Bei der ersten Cohorte dieser Linie befandsich der Legionsadler unter dem Schutze ihres Primipilen. Ausserdemhatte jede Cohorte ihre Fahne oder Feldzeichen, ähnlich wie früher beiden Manipeln.
Es kamen von dieser meist üblichen Aufstellung der Legion nach