30. Kriege der Körner nach dem zweiten punischen Kriege (200—133 v. Chr.). 251
Ausdauer und demselben Erfolge fort; Furius unternahm Nichts vonBelang.
Das Ende des numantischen Krieges war aber ein ganz anderes, alsjenes des Krieges mit Viriathus. Nach siebenjährigen Misserfolgen,herbeigeführt durch die Befehlsführung unfähiger Feldherren, beschlossder römische Senat endlich zur Beendigung des numantischen Kriegesden Ueberwinder Karthagos, Scipio Aemilianus Africanus nachHispanienzu senden, gab ihm aber weder Truppen noch Geld mit, sondern erlaubteihm nur freiwillig dienende Hülfstruppen zu werben, wo und soviel erderen haben könne. Nachdem er auf diese Weise etwa 4000 Krieger zu-sammengebracht hatte (darunter 500 auserwählte Reiter), für die er dieKosten aus seinen eigenen Mitteln (er besass ein ungeheures Vermögen)und aus den Mitteln seiiler vielen und reichen Freunde zu bestreiten be-absichtigte, brach Scipio im Jahre 134 nach Hispanien auf. Nach seinerAnkunft dort bemühte er sich vor allen Dingen aus der römischen Armeedie Ueppigkeit, den Müssiggang, die Zuchtlosigkeit und Sittenverdcrb-niss zu vertreiben, er jagte die beim Heere befindlichen Weiber, Händlerund die vielerlei unnützen und sogar schädlichen Personen fort undführte wieder militärischen Sinn und Geist, Zucht und Ordnung ein. Erverminderte die Zahl der Wagen und die Bagage, hielt die Truppen zurAusführung von Gewaltmärschen mit vollem Gepäck, zur Aushebung vonGräben, Anschüttung von Wällen, Aufstellung von Verzäunungen an,war selbst bei allen Arbeiten zugegen und forderte mit Strenge überallThätigkeit und Gehorsam. Bald war seine Armee eine ganz andere ge-worden , und nun rückte er vor Numantia, liess aber, bevor er die Nu-mantier angriff, es sich angelegen sein, erst allmälig die Truppen neu anden Kampf gegen den bis dahin ihnen so fürchterlichen Feind zu ge-wöhnen , zu welchem Ende er kleinere Unternehmungen (Expeditionen)gegen die benachbarten Stämme ausführte. Hierüber ging der Best desJahres hin, und zum Winter kehrte er nun vor Numantia zurück. Hierstiess der jugendliche Enkel Masinissa's, Jugurtha, von dem numidischenKönig Micipsa entsendet, mit 12 Elephanten und einer grossen AnzahlBogenschützen, Schleuderer und Reiterei zu ihm, sodass Scipio's Streit-kräfte sich jetzt auf 60,000 Mann beliefen. Zur selben Zeit diente auchin unteren Officiersstellen der junge Marius in Scipio's Heere. Auf dieseWeise hatten die Umstände zufällig die beiden in der Folge so berUbmtenGegner auf der Laufbahn des Krieges unter Scipio's Befehle zusammen-geführt.
Endlich im Frühjahr 133 begann Scipio die in der Belagerungskunstso hervorragende Einschliessung Numantia's. Er hatte beschlossen, sichmit den Numantiern in keinen allgemeinen Kampf einzulassen, sondernsie durch Hunger zur Uebergabe zu zwingen, und führte deshalb rings