250 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
leistete Numantia vom Anbeginn der Belagerung durch den Consul Pom-pejus im Jahre 141 an acht Jahre lang den überlegenen Kräften derRömer mit derselben Energie und dem gleichen Erfolge Widerstand, wievordem Viriathus in dem jenseitigen Hispanien es zehn Jahre lang ge-than hatte. Die Römer dagegen, beständig von unfähigen, habgierigen,treulosen Anführern befehligt, erlitten nur für die römischen Waffenschimpfliche Niederlagen. Bereits im Jahre 141 war Pompejus, wie obenbemerkt, bei der Belagerung Numantias auf unerwarteten,hartnäckigenWiderstand gestossen und bald gezwungen gewesen die Belagerung auf-zuheben. Im Jahre 140 in der Stellung als Proconsul belagerte er es aufsNeue und wollte sogar den Winter hindurch die Belagerung fortsetzen;aber die ungewöhnliche Kälte und die unaufhörlichen kräftigen Ausfälleder Numantier nöthigten ihu abermals mit grossem Verluste zur Auf-hebung der Belagerung. Aus Habgier sclüoss er mit den ,Numantierneinen Vertrag, in welchem er ihre Unterwerfung, Geiseln und 15 Talenteannahm, vordem römischen Senate aber läugneteer frech, irgend welchenVertrag mit den Numantiern geschlossen zu haben, und diese That bliebohne weitere Folgen, so gross war schon die Sittenverderbniss in Kom!Sein Nachfolger, der Consul (139) und dann (138) Proconsul MarcusPopillius Länas erneuerte auf Befehl des römischen Senates die Belage-rung von Numantia, wurde aber in demselben Momente geschlagen, alser sich der Stadt durch Escaladirung oder Ersteigung auf Leitern bemäch-tigen wollte, und btisste die Hälfte seiner Armee ein. Schimpflicher aberals Alles waren für die Kömer die Thaten des gänzlich unfähigen ConsulsHostilius Mancinus im Jahre 137. Unter ihm erlitten die Römer vonSeiten der Numantier so viele Niederlagen und geriethen so in Furchtvor ihnen, dass sie endlich sich gar nicht mehr zu zeigen wagten. ZumSchluss des Ganzen wurden sie von Jenen im Felde in ein Versteck ge-lockt, mit Verlust zurückgeworfen, verfolgt, an eine Stelle getrieben, wosie vollständig eingeschlossen waren, und Mancinus schloss mit den Nu-mantiern einen Vertrag, kraft dessen er die Unabhängigkeit Numantiasanerkannte- Der Senat indessen versagte diesem Vertrage seine Be-stätigung ,• stellte den Mancinus vor Gericht und schickte den ConsulAemilius Lepidus an seine Stelle. Dieser Letztere belagerte, ohne jedentriftigen Grund und entgegen dem Verbot des Senats, Pallantia, dieHauptstadt der im Frieden lebenden Vaccäer, musste aber wegen Mangelsan Lebensmitteln bald die Belagerung aufheben und zog sich unter Zu-rücklassung seiner Kranken und Verwundeten zurück. Die Pallantinerverfolgten ihn, griffen die Queue seiner Armee an und machten über6000 Mann nieder. Im Jahre 136 lieferte der Consul Furius Philus aufBefehl des Senats den Mancinus zur Sühne an die Numantier aus, dieseaber nahmen ihn nicht an und setzten ihre Vertheidigung mit der alten